Wir stachen in See

Ableger Bahnhof

Wir haben uns ja vorgenommen, in diesen Zeiten, in denen wir es nicht gerade leicht haben, daran zu denken, uns Erholung zu gönnen. Nun können wir natürlich nicht in Urlaub fahren, aber einen freien Ausflugsnachmittag, den können wir uns leisten. Also sind wir zum Anleger und auf das Fährschiff nach Laboe. Sind  aber bereits in Mönkeberg ausgestiegen und die vier Kilometer nach Heikendorf zu Fuß gegangen. Von dort ging es mit dem Schiff wieder zurück nach Kiel. Es wehte ein ziemlicher Wind und es war bewölkt, die Göttin sei Dank hat das Wetter gehalten und wir sind nicht nass geworden. In meinem jugendlichen Leichtsinn bin ich einmal wieder ohne Jacke los.

FSK Laboe

Natürlich gab es auch einen Zwischenstopp. Wer so viel läuft darf Kuchen essen. Also ging es noch ins Galeriecafé. Sehr leckerer Käsekuchen, von dem es kein Foto gibt, war zu schnell vertilgt.

Bereits gestern hatte ich mir einen freien Tag gegönnt. Den habe ich aber komplett im Bett verbracht und so viel Spaß gehabt. Mir ist beim Ausräumen ein Buch, das ich mit 13 unter der Bettdecke gelesen habe – eines der wenigen war, die ich nicht lesen sollte -. weil es laut Papa erotische Literatur war und laut Mama Schweinkram, in die Hände gefallen. Damit war natürlich klar, dass ich es lesen musste, denn Sex war ja was, was mich in dem Alter brennend interessierte. Also habe ich Kin Ping Meh mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen und fand es sehr lehrreich. Gut, es hat etwas gedauert, bis ich raushatte, was mit dem Spielen der Purpurflöte gemeint war, aber anderes war doch sehr verständlich. Gestern habe ich also noch mal gelesen, wie Hsi Men und seine sechs Frauen, sich mehr oder weniger ins Verderben vögeln. Dabei habe ich festgestellt, dass sich mein Fokus verschoben hat, die erotischen Stellen fand ich eher lustig, doch die Beschreibung des Lebens im alten China total spannend. Das Buch wurde während der Ming Dynastie geschrieben, spielt aber in der Song Dynastie. Einige Bücher sollte man doch erst in einem gewissen Alter lesen, man weiß sie denn mehr zu schätzen.

Nun wird es Zeit den Feierabend einzuläuten und es mir bequem zu machen.  Morgen geht es ins Hospiz Geburtstag feiern. Mir ist da ein wenig mulmig, was schreibt man auf die Karte für den höchstwahrscheinlich letzten Geburtstag? In dieser Situation bleibt einem das „Bleib Gesund und munter“ im Halse stecken.

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