Unzensiert

Ich schalte mal den inneren Zensor ab und lege einfach los.

Ja, ich fühle mich als Versagerin, weil ich trotz aller möglichen Talente nicht in der Lage bin, mich durch meine Arbeit zu finanzieren. Weil ich nicht in der Lage bin, einen normalen Arbeitsalltag zu bewältigen. Und ja, ich weiß, dass es Quatsch ist … vom Kopf her. Wenn ich es mit Ämtern, Mediziner (besonders möchte ich hier die Zunft der Neurologen hervorheben) und Menschen zu tun habe, die nur in Schubladen denken, sich hinter unmöglichen, unmenschlichen Vorgaben verschanzen und meinen, die Pharmaindustrie hat für alles die richtige Pille, komme ich mir vor, wie das einzig menschliche Wesen in einer Welt von Automaten. Ich bin dieses dauernde gegen an Kämpfen so leid. Ich bin es müde immer wieder nach Alternativen zu suchen, um irgendwie durch den Dschungel von Wahnsinn zu kommen.

Vor einem Jahr habe ich beschlossen, mich nicht mehr krank schreiben zu lassen und zu versuchen zu funktionieren. Ein Jahr später komme ich von meiner Ärztin mit einer AU über ein Vierteljahr! Die Rentenversicherung meint, ich wäre fit genug um 8 Stunden im Büro zu sitzen, was nicht einmal annähernd der Realität entspricht und hat meinen Rentenantrag abgelehnt. Interessanterweise würde ich noch nicht einmal eine Stelle finden, geschweige denn vom Amt vermittelt bekommen. Fast 60jährige Bürokauffrauen, sind nicht gerade gesucht. Meine Ärztin meint, ich solle einen neuen Antrag stellen und darauf hoffen, dass diesmal jemand das Gutachten macht, der nicht der Meinung ist, jemand der Psychopharmaka ablehnt, ist nicht krank. Sicher wäre es eine Möglichkeit, doch wie es im Augenblick aussieht, bin ich diesem Ämtermarathon, der nötig wäre, nicht gewachsen. Jedenfalls fürs erste. Ich behalte die Idee im Hinterkopf. Aber erst einmal muss ich zur Ruhe kommen und mich sortieren.

LaLuna2018

Ein Lichtblick ist das Horoskop im We‘ moon für 2018. Mein Lieblingskalender seit nahezu 20 Jahren.

 

6 thoughts on “Unzensiert

  1. Solche Anträge werden grundsätzlich erstmal abgelehnt, weil man weiß, dass dass einige aufgeben und nicht noch mal wieder kommen. Deine Ärztin hat Recht: Stell den Antrag wieder und wieder.
    Liebe Karin, ich weiß, wie du dich fühlst, denn mir geht es oft genauso. Zum Glück habe ich ein Konzept für mich persönlich entwickelt, welches mich davon abhält, in ein düsteres Loch zu fallen. Deshalb hänge ich so sehr an den Schafen und deren Wolle.
    Ja es tut mir weh, wenn ich mir manchmal die einfachsten Bedürfnisse nicht erfüllen kann, besonders die der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe. Bei anderen Dingen geht mir vieles inzwischen am Poppes vorbei. Ich muss mir keine Sorgen machen, ob meine Sparguthaben sicher sind oder mich ärgern über die niedrigen Zinsen. Ich habe nix. Ich muss keine Angst haben, dass mein Diesel keine Umweltplakette bekommt, denn ich habe schon lange kein Auto mehr. Auch wenn mal noch das Wunder passiert, ich will keines wieder haben.
    Weißt du, aus HartzIV heraus, mit Null,nix an Rücklagen grenzt es wirklich schon an Wunder, wenn man vorwärts kommt. Bis jetzt haben wir nicht aufgegeben, wir werden es auch nicht tun. Nur unter Druck setzen sollten wir uns nie wieder.
    Gönn dir noch Ruhe, liebe Karin. Es war viel in letzter Zeit, was du verkraften musstest.

    Ich überlege schon, ob ich das nächste Mal, wenn ich meine Tochter besuche in SH, einen „Schlenker“ nach K. mache. Ich würde dich gerne mal persönlich kennen lernen.

    Grüße aus Leipzig

    1. Liebe Gudrun, vielen Dank für deine Worte und ich würde dich sehr gerne treffen. Melde dich, wenn du gen Norden ziehst. Das unter Druck setzen, brauche ich gar nicht selber. Dafür sorgen schon die Ämter. Das ist eines meiner Hauptprobleme. Alles Liebe Karin

  2. sei nicht so streng mit dir
    hätten wir bedingungsloses grundeinkommen wäre gar kein gedanke an versagen
    bei allem was du schaffst
    es ist gewollt dass den menschen alle chancen genommen werden
    und man sie dann noch selbst verantwortlich macht

    hartz IV – nach wem ist es nochmal benannt?
    in dieser welt werden kriminelle rücksichtslose gierhälse bewundert und hofiert
    menschlichkeit ist gerade nicht in
    gute besserung und erhol dich von deiner / eurer herkulesaufgabe
    DAS war wertvoll – nicht das angebliche funktionieren im hamsterrad des jobcenters
    umarm birgit

    1. Das Problem ist, dass ich bei all dem was ich tue, mit dem Jobcenter herumkämpfen muss. Ja, ein Grundeinkommen wäre es. Wenn es durchdacht kommt und nicht nur als Pflaster, um Unruhen zu vermeiden oder zum Ankurbeln der Binnenkonjunktur.

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