Unter welchen Hut

…. gehöre ich?

kabra_hut

Ich glaube, ich habe so etwas wie eine Identitätskrise. Wer, oder besser, was in ich? In welche Schublade, unter welchen Hut gehöre ich? Warum mache ich mir darüber groß Gedanken? Es ist doch unwichtig und Schubladendenken sollte man sich doch abgewöhnen. Wenn ich es mir abgewöhne, gehöre ich denn für andere in die Schublade, der Nicht-SchubladendenkerInnen?

Diese Fragen trieben mich in der Morgenmeditation um. Auslöser ist meine Unlust zum Schreiben. Also an meinem Buch zu arbeiten. Ist ja schließlich eine berechtigte Frage. Bin ich noch Autorin, wenn ich nicht schreibe? Weil so ganz stimmt es ja nicht, ich blogge täglich und habe auch sonst, eine Menge zu erzählen, nur habe ich eben keine Lust am Buch zu arbeiten. Wenn ich mich dazu zwinge, streiche ich am nächsten Tag nahezu alles, was ich geschrieben habe, weil es meinen Ansprüchen einfach nicht genügt. Kurz, ich habe die Freude am literarischen Schreiben verloren. Also warum sollte ich es tun? Vielleicht brauche ich einfach eine Pause. Kann ja sein! Viel wichtiger ist aber die Frage, wieso brauche ich die Schublade Autorin? Ist es der Wunsch irgendwo dazu zu gehören?

Meine Versuche in Sachen Zugehörigkeit werden ehrlich gesagt, nie sehr erfolgreich. Als ich noch Tarotberaterin war, versuchte ich es mich einem Verband anzuschließen, doch fand ich dort keine Anknüpfungspunkte zu denen die dort organisiert waren. Unsere Vorstellungen waren zu verschieden, ich wollte Austausch zum Thema Tarot und dort lief eher ein BWL-Seminar. Der Aspekt, der mich immer am wenigsten interessiert hat. Als ich noch in einer Künstlergruppe war, ging es mir dort zu wenig um Kunst und zuviel um Saufen und Kiffen. Doch immer wieder taucht der Wunsch auf, zu einer Gruppe, zu einem Berufsstand, zu gehören. Es müsste doch auch reichen, einfach ich zu sein. Neulich habe ich einen Tag im Bett verbracht und gelesen. Das war fein, da konnte ich mir vorstellen, zur Gruppe der „Runde-um-die-Uhr-im-BettleserInnen“ zu gehören. Auch schreibe ich gerne über das Gelesene, habe aber bei weitem keine Lust, eine wirklich engagierte Buchbloggerin zu werden. Vielleicht sollte ich mir einmal erlauben, einfach zu sein. Einfach zu tun, wonach mir gerade der Sinn steht, mir Raum geben, um herauszubekommen, was ich wirklich machen möchte und vielleicht die Lust am Geschichten schreiben wieder zu finden.

Tara

Meine Tageskarte könnte dazu eine gute Unterstützung sein. Die grüne Tara rät zur Sammlung.

7 Gedanken zu „Unter welchen Hut

  1. Vielleicht sucht man einfach den Austausch mit Gleichgesinnten. Die zu finden ist nicht immer leicht. Du hast es schon beschrieben.
    Ansonsten hast du den Mut zu so vielen Dingen. Ich ziehe den nicht vorhandenen Hut. Mir einen zu filzen, habe ich noch nicht fertig gebracht.
    Und ja, du bist und bleibst ein Autor.

  2. willkommem im club der ausallenrasternfallenden unterkeinenhutpassenden inkeineschubladegehörenden – setz dich nimm einen tee und ein cookie und geniess dass es nicht so voll ist
    umarm

  3. Ich glaube so richtig zugehörig war ich zuletzt in den 80ern, Anfang der 90er, als ich schwerst aktiv in der Friedens-und Anti-AKW Bewegung war. Danach nie mehr so wirklich wieder, aber es hat mir wenig ausgemacht. Ich bin durch meine Krankheit auch aus allen Rastern gefallen und das haben mir viele auch deutlich gemacht. Andererseits habe ich gerade auch während meiner Klinikaufenthalte viele spannende Menschen kennengelernt, die auch aus dem Raster fielen. Ich muß nirgends zugehören, was nicht heißt. das ich mir selbst genug bin.

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