… und nachmittags in die Messihölle

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Es ist an der Zeit die Wohnung des Herrn Schwager abzugeben. Nicht unmittelbar, aber innerhalb der nächsten Wochen. Also waren wir heute noch einmal da. Ich mag kein Bild von der Behausung beilegen, nur so viel, immer wenn ich dort war, kehre ich deprimiert zurück. Ich denke wir brauchen noch eine Tour, dann können wir die Entrümplungsfirma kommen lassen und die Wohnung übergeben, sowie Dieter tot ist. Klingt irgendwie nicht nett, ist aber durchaus so gemeint. Wir müssen da schnell einen Abschluss haben. In der Wohnung wird uns so vieles bewusst, was wir nur latent ahnten und das ist so traurig. Auch sind wir in der Wohnung, innerhalb kürzester Zeit so genervt, dass der Ton deutlich unfreundlicher wird. Noch schlimmer, denn der Ton wird ja schnell wieder versöhnlich, ich habe immer das Gefühl mich belohnen zu müssen, wenn ich einige Stunden in der Hütte war. Dann gibt es Schokolade, Eis oder Marshmellows und an extremen Tagen Buttercreme Torte. Geht gar nicht, jedenfalls nicht in diesen Mengen.

Nun sind wir wieder zu Hause und mit ein wenig Glück gibt es gleich Abendessen, hoffentlich bevor ich mir die zweite Tafel schnappe.

Übrigens, ich möchte kein Bild von der Wohnung posten, ist schon deprimierend genug, sich dort aufzuhalten.

6 thoughts on “… und nachmittags in die Messihölle

  1. Ich stell mir das sehr trurig vor, wenn man so tief in ein fremdes Leben blicken muss, unfreiwillig, der Notwendigkeit gehorchend. Es wird vorrüber gehen und dann bleibt nur noch das Gute in Erinnerung.
    Kraft wünsche ich euch und dass ihr euch aneinander festhalten könnt.

    1. Das wirklich traurige ist zu erkennen, wie viel man bei dem Anderen nicht gesehen hat, obwohl es offensichtlich war. Vielleicht auch nicht sehen wollte. Das kuriose ist, Dieters Wohnung ist trotz allem nicht verdreckt, nur eben vollgerümpelt und an manchen Stellen ist es zum Lachen, ich habe einen ungeöffneten Karton gefunden, in dem 100 x die Rote Fahne war, irgend eine Ausgabe von 2004, die er wohl bestellt hatte um sie zu verteilen. Viktor und ich mussten lachen und sagten gemeinsam: Darum ist es also mit der Revolution nichts geworden.

  2. Selbstverständlich ist es nur aufgrund dieser vergessenen Fahnen nichts geworden mit der Revolution.
    Ich neige leider auch zu süßer Selbstbelohnung, doch manchmal rette ich mich vor der Schokolade durch eine Wonnewannensitzung oder in die Buchversunkenheit. Alles Fluchten, wie gesagt.
    Das Eis ist wahrlich dünn. Vielleicht warten gar schon die Teppichunterdenfüßenwegzieher…
    Durchhalten!
    Gruß von Sonja

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