Lebenszeichen und ein Blick über den Tellerrand

unwirklich

Unserem Leben haftet im Moment etwas Unwirkliches an. Es ist so ein „Dazwischen“. Wir scheinen ständig unterwegs zu sein. Dieters Wohnung, Hospiz, Besorgungen, Überweisungen und  und und. Dann wieder zu Hause und es lohnt sich nicht wirklich etwas anzufangen, weil wir ja gleich wieder los müssen. Jeden zweiten Tag gehen wir den Herrn Schwager bespaßen, der immer weniger wird und nun alles regelt. Gestern hat er mit uns seine Beerdigung besprochen und wer was von seinen weltlichen Gütern haben soll. Bücher, Staubsauger und so weiter wollen ja verteilt sein. Viktor und ich sind sehr erleichtert, dass er es loslässt und sagt, was womit geschehen soll. Das erleichtert es doch sehr.

Trotz unserer nicht ganz einfachen Situation, haben wir ein waches Auge auf die Ereignisse in Hamburg und sind entsetzt. Ich selber bin nicht vor Ort, aber andere sind es. Birte hat in ihrem Heimathafen, einen Beitrag geschrieben, der mir sehr aus der Seele spricht. https://hamburgerzwischenloesung.wordpress.com/2017/07/06/warum-ich-dagegen-bin/

Ich drücke die Daumen, dass es heute friedlich bleibt,

Heute geht es nach Gaarden, der Beginn der Schreibwerkstatt ist schon wieder verschoben worden, aber es gibt auch so einiges dort zu erledigen. Ich brauche Lokalkolorit, um Charlotte und Adele zu akutalisieren und vorher muss ich zum Optiker, ich brauche eine neue Brille. Mittlerweile bin ich nicht nur weitsichtig, sondern auch kurzsichtig. Es muss das Alter sein, von dem alle reden.

 

Bequem arbeiten

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Wie ich dazu gekommen bin weiß ich nicht, aber ich habe eine Sehnenscheidenentzündung in der Ferse. Das Dumme ist, gerade im Moment stehen eine Menge Termine an. Da heißt es denn zwischendrin den Fuß entlasten und einfach mal die Beine hochlegen. Da die Arbeit natürlich weitergeht, bin ich froh und dankbar für meinen kleinen Bambusklapptisch mit verstellbarer Arbeitsfläche und Laptopstopper. Geht wunderbar, ich glaube ich werde mein Büro insgesamt ins Bett verlagern.

Doch bevor es wieder in die Waagerechte geht, muss ich noch einmal raus. Es heißt heute wieder „Privet Kniga“. Ich werde allerdings mit dem Bus zum Deutsch-Russichen-Literaturtreffen fahren. Fahrrad traue ich mich nicht und laufen ist zu weit. Das Kraxeln am Westensee gestern  hat die Sache nicht besser gemacht.

Gedöns

Es ist eine seltsame Zeit. Wir hängen so dazwischen. Der Herr Schwager ist gut bei seiner Freundin untergebracht und doch ist es komisch, wenn wir in seine Wohnung gehen, um Sachen zu holen, dann ist er einerseits schon nicht mehr da und trotzdem können wir nicht mit dem Ausräumen beginnen. Es ist der Punkt, an dem es nicht vorwärts und nicht rückwärts geht, sondern einfach still steht. So wie die Dinge stehen, möchte man einerseits soviel wie möglich tun, andererseits aber glaube ich, dass es wichtig ist den Stillstand auszuhalten, nur das Nötigste zu machen und bewusst das Vergehen erleben. Es kommt mich hart an. Vor allem, da ich weiß wieviel unangenehme Arbeit noch vor uns liegt, so Sachen halt die man am Liebsten schon erledigt haben möchte. Morgen gehen wir ihn jedenfalls besuchen und räumen vorher wenigstens schon mal seinen Kühlschrank leer.