Das Mädchen, das schwieg von Trude Teige

Trude Teige

Trude Teige
Das Mädchen, das schwieg
Übersetzt von Gabriele Haefs, Andreas Brunstermann
Broschur, 364 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3291-9
9,99 € *) Inkl. 7% MwSt.

Gleich vorweg, Trude Teiges zweiter Krimi mit der Journalistin Kajsa Coren, hat mir genau so gut gefallen, wie der Erste.

Kajsa Coren lebt mit ihren drei Kindern und ihrem Mann Karsten, seines Zeichens Polizist, auf einer Insel in Norwegen. Kajsa hat dort ein Haus geerbt und hatte gehofft dort zur Ruhe zu kommen, doch bereits in Totensommer zeigte sich, dass das nicht so geklappt hat. Nach Abschluss der Ermittlungen um den Deutschenmord, blieb Karsten schwer verletzt zurück und hat sich bei weitem nicht erholt, als Kajsa Bente trifft, die gerade ihre Nachbarin, die 30-jährige Sissel, tot aufgefunden hat. Ermordet wie sich unschwer erkennen lässt und zwar schon vor einigen Tagen. Sissel war eine auffällige Gestalt auf der Insel, sie lebte, bis zu dessen Ermordung, mit ihrem Vater, einem Prediger zusammen. Sie sprach nicht, sondern verständigte sich schriftlich und schrieb ihren Nachbarn Briefe. Tag ein, Tag aus, sass sie am Fenster und beobachtete das Treiben ihrer Mitmenschen. Die Vermutung, dass zwei Morde innerhalb eines Jahres, innerhalb einer Familie einen gemeinsamen Hintergrund haben, liegt nahe. Kajsa, die eigentlich von ihrem Fernsehsender beurlaubt ist, beginnt zu recherchieren und erfährt so einiges über Sissels Vergangenheit. Auch Kasten wird aufgefordert, sich an den Ermittlungen zu beteiligen und lässt sich zögerlich darauf ein. Dann verschwindet Tone, ein junges Mädchen, dass direkt gegenüber von Sissels Haus lebt …

Ich mag die Art wie Trude Teige schreibt. Ihre Charaktere sind zum Anfassen. Originell, aber ohne überzeichnet zu sein. Ihre Themen sind aktuell und interessant aufgearbeitet. Hier geht es um Missbrauch und um das Schweigen derer, die sprechen sollten, während die, die keine Worte finden, komplett verstummen.