Der frühe Vogel kann mich mal

blauäugig

Immer wieder stelle ich fest, früh aufstehen, das ist nichts für mich. Heute mussten wir gezwungener Maßen, weil Dieter zum Arzt sollte. Also ich hätte nicht müssen, aber Viktor. Aus Solidarität, weil die Küche gewischt und ich mich gestern ziemlich über eine Mail geärgert habe, bin ich mit aufgestanden und dachte: Toll, Mittag bist du mit allem durch und dann kannst du es dir gemütlich machen. Mittag kam, nix war fertig und ich war hundemüde und bin es auch noch. Ich glaube ich geh wieder zu Bette.

Wieso versuche ich mir eigentlich immer wieder einzureden, dass ich besonders produktiv sein kann, wenn ich früh aufstehe? Das muss noch so eine alte Konditionierung sein. Meine Mutter hat ja immer versucht mir mit diesen Küchenweisheiten wie: Der frühe Vogel fängt den Wurm oder Wer morgens singt, vögelt abends die Katze  … Moment, letztertes klingt falsch, dieses mitten in der Nacht aufstehen schmackhaft zu machen. Watt’n Quatsch.

Ich mochte schon als Kind nicht früh aufstehen und war die ersten beiden Stunden in der Schule zu nix zu gebrauchen. Was allerdings auch daran lag, dass ich den Unterricht nicht sehr informativ oder gar unterhaltsam fand. Meistens habe ich meinen eigenen Kram gelesen, was den Lehrern nur recht war, weil ich ihnen so wenigstens nicht mit Fragen auf die Nerven ging. Denn Fragen sollten wir ja nicht soviel, schon gar nicht hinterfragen. Wahrscheinlich habe ich damals bereits festgestellt, dass nichts früh morgens  besser ist … nur der Nervkram beginnt eher und dann, wenn ich noch nicht in der Verfassung bin es damit aufzunehmen.