Sonntags in Trondheim von Anne B. Ragde

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Nun hat sich Anne B. Ragde doch durchgerungen einen vierten Band zu ihrer Neshov Saga geschrieben. Wollte sie ja eigentlich nicht. Gleich einmal vorweg, die ersten beiden Bücher dieser Serie, habe ich mit Begeisterung gelesen, den dritten Teil fand ich dann schon stellenweise sehr konstruiert und  war doch auf den vierten Teil sehr gespannt. Wenn man die Charaktere eines Buches besonders mochte, dann ist es wie mit Freunden und Bekannten, die irgendwie aus unserem Leben verschwanden. Man fragt sich immer mal, was sie denn so machen. Ich muss gestehen, ich hatte viel Freude daran, mir zu überlegen, wie es Torunn, Madrigo, Erlend und Krumme so geht. Vielleicht ging es Anne B. Ragde auch so und sie wollte lose Enden verknüpfen, ich weiß es nicht. Aber nun zu Sonntags in Trondheim.

Es war schon schön, die Familie Neshov wieder zu treffen, keine Frage, aber auch ein wenig ärgerlich. Zum einen hat das Buch ein ziemliches Ungleichgewicht. Der erste Teil befasst sich mit allen Mitgliedern der Familie und zeigt, was in den vier Jahren, nachdem sie auseinander gegangen sind, geschehen ist. Dann, im 2. Teil, geht es nur noch um Torunn und etwas um Madrigo, Opa wird zwar mal besucht und Erlend im Gespräch erwähnt, aber das war es auch. Es scheint ein wenig, als wenn Frau Ragde mit großem Elan angefangen hat, aber dann ist ihr die Luft ausgegangen oder der Verlag hat gekürzt, sollte das der Fall war, haben sie sich nicht wirklich Mühe gegeben. Also kurz gesagt, es war, als wenn mal alte Bekannte trifft und erst einmal erfreut ist, sie wieder zusehen, um dann festzustellen, dass man eigentlich mittlerweile recht gut ohne sie auskommt. Kurz gesagt: Einen 5. Teil muss es für mich nicht geben.

Sonntags in Tronheim von Anne B. Ragde, Übersetzerin aus dem Norwegischen Gabriele Haefs, Verlag BTB, ISBN: 978-3-442-75737-4, Preis 16,00 €

 

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