Routine

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Gleich vorweg, ich komme nicht gut mit Routinen zurecht. Wenn etwas zu gleichmäßig und berechenbar wird, fühle ich mich eingeengt und kriege keine Luft mehr. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zeit, in der ich eine Festanstellung hatte, war asthmatisch die schlimmste. Ich musste dauernd sprayen. Als ich da raus war, war ich endlich wieder frei und kriegte wieder problemlos Luft. Dabei mochte ich die Arbeit dort, konnte aber nicht verknusen, dann und dann, da und da, sein zu müssen. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Also habe ich die Konsequenzen gezogen und bin raus aus der Routine. Das brachte zwar eine Menge Unsicherheiten, besonders was die materielle Basis betrifft, aber insgesamt gesehen bin ich glücklicher. Wenn ich nicht malen oder schreiben mag, übersetze ich halt etwas oder recherchiere, wenn ich nicht malen mag, mache ich eine Foto-Tour oder gucke ein wenig die Wand an und denke so vor mich hin. Es ist dieser Wechsel. Keiner ist mir böse (außer ich mir selber manchmal), wenn ich nicht um 8:30 am Schreibtisch sitze. Alles geht fließend ineinander über und manchmal, ganz überraschend ändert der Strom seine Richtung und alles geht wieder andersherum, sortiert sich neu.

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Allerdings gibt es eine Sache, bei der ich eine gewisse Routine entwickeln muss. Das betrifft die körperliche Bewegung. Etwas das im Winter immer zu kurz kommt. Da muss ich dringend regelmäßig etwas tun … verlangt ja aber keiner, dass ich das Fitness-Programm morgens um 08:00 absolvieren muss. Also wird es wohl einfach mit in den Fluss der Dinge integriert werden, die meinen Alltag ausmachen.

Ein Gedanke zu „Routine

  1. Ich bin zwar nicht immer glücklich damit, jeden Morgen um 5.30 Uhr aufzustehen, aber mir gibt diese Routine auch Stabilität, mal abgesehen davon, das die letzten Jahre auch so unruhig genug waren. Aber die Verpflichtung, morgens bis 9 Uhr im Büro zu sein, war immer da, aber ich würde mich vermutlich in einem komplett selbst zu strukturierenden Leben verzetteln. Hatte ich ja krankheitsbedingt auch etliche Jahre. Und ich gebe zu, das ich diese materielle Sicherheit auch nicht verachte. Die Zeiten von HartzIV möchte ich nicht zurück, da stehe ich lieber jeden Morgen auf 🙂 Für mich war HartzIV ein sehr fremd bestimmtes Leben, auch wenn ich nicht arbeiten gegangen bin. Allerdings habe ich auch in diesen Zeiten versucht, feste Strukturen zu haben, z.B. durch diverse Ehrenämter.

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