Nichts müssen müssen

Nichts müssen müssen

Ruhende Dame

Bei Brauns ist heute Ruhetag. Welch ein Luxus nichts müssen und nirgends hin müssen, nur dürfen. So kam es zu einem relativ langen Spaziergang zum Schrevenpark. Obwohl das Wetter nun wahrlich nicht schön ist, haben wir es genossen. Das es ausgerechnet vor dem Lieblingeisdealer zu regnen begann, haben wir mal als göttliches Zeichen genommen und sind dort eingekehrt.

Gleich werde ich noch einige Bücher fotografieren und dann ein wenig häkeln. Dazu Hörbuch Smoke & Mirrors von Elly Griffiths.  Ich mag die Stephens & Mephisto Mysteries dieser Autorin sehr. Fast noch einen Tick lieber als die Serie um Ruth Galloway.

Euch allen einen schönen Restsonntag.

Ein Kessel Buntes

Ein Kessel Buntes

bunte_steine

Es ist eine verrückte Zeit. Soviel passiert, soviel zu sehen, zu erleben und so ruhelos. Obwohl ich müde bin, mache ich weiter, weil Schlaf nicht erholsam ist, sondern anstrengend. Nun sind die Schwäger krank. Der Mann meiner Schwester ist mit dem 6. Herzinfarkt im Krankenhaus, der andere Schwager im Hospiz. Bei aller Trauer und Ungewissheit, soviel Grund zur Freude. Der Ausflug nach Seebüll, die Enkelin, die nächste Woche kommt. Suka, die es so genießt ans Wasser und in den Hundewald zu kommen. Viktor und ich, die uns in all dem Durcheinander noch öfter als sonst, einfach einmal umarmen und festhalten. Uns gegenseitig ein Anker im Wahnsinn.

 

Aufgeregt

Aufgeregt

bülk

Das erste Mal, seit sie auf der Welt ist, wird meine Enkelin Selena für einige Tage zu uns ins Bruchbudenparadies kommen. Ich freue mich so auf ihren Besuch und Viktor auch. Wir sind schon am Planen, was wir alles unternehmen wollen. Haithabu, in jedem Fall. Und Freilichtmuseum Molfsee und Strand, viel Strand und zwischendrin schreiben, lesen und malen. Das wird schön. Melinda bleibt bei ihrer Mutter in Hamburg, was ein wenig schade ist. Wiederum, vielleicht ist es gut, wenn wir erst einmal mit einer anfangen, sind ja nicht mehr die Jüngsten.

Auch heute war noch hospizfrei. Den Tag haben wir genutzt um mal ein wenig Hausarbeit aufzuholen und unseren Papierkram auf die Reihe zu bekommen. Morgen geht es wieder zu Dieter. Er war aber nicht einsam, Freunde aus Boltenhagen und aus Lübeck waren zu Besuch und da hat er sich sehr drüber gefreut.

Wir werden den Abend gleich mit einem leckeren Essen ausklingen lassen. Grüne Bohnen mit Backofenkartoffeln und Spiegelei.

 

Nolde und Lachs

Nolde und Lachs

Emil Nolde

Seit Jahren wollen wir nach Seebüll und für diesen Sommer war es eigentlich fest geplant. Mit Schwager Dieter! Gestern im Hospiz sprachen wir davon und er meinte, wir sollten es angehen und uns einen schönen Tag machen. Das haben wir getan. Heute Mittag sind wir los und sind vier Stunden in Seebüll rumgewandert. Im Bildersaal war ich so überwältigt von der Farbgewalt und dem Leben, das diesen Bildern innewohnt, dass mir die Tränen kamen und ich habe wahrlich nicht nah am Wasser gebaut. Also raus in den Garten und ums Haus. Das Haus gehört zu meinen Traumhäusern. Könnte nur gerne woanders stehen, mir ist die Gegend dort zu platt. Mein Vater sagte immer, wenn wir auf der Ecke waren „Hier kannst all midweek sehn, welkeen Sünndag to’n Kaffee kümmt“. Also im Sommer geht es ja, aber im Winter? Nee danke.

noldehaus

Nachdem wir nach Kaffee, Kuchen und Postkarten schreiben noch durch die biografische Ausstellung gewandert sind, haben wir uns nach Dagebüll aufgemacht. Dort hat ein kurzer Blick auf die Nordsee aber genügt. Zurück ging es über die Dörfer und in Schleswig/Haddeby waren wir bei Odins zu Gast. Ein wunderbares Gasthaus mit gepflegter, qualitativ hochwertiger Küche, in dem wir öfters mit D. Station gemacht haben. So war bei dem sehr leckeren Lachs, auch ein wenig Wehmut dabei.

lachs

Allerdings überwog die Freude. In der Regel können wir uns solche Ausflüge nicht leisten, heute waren wir eingeladen.

So, nun muss ich zu Bette und das Erlebte sortieren. Morgen geht es weiter mit Schwager begöschern und ausräumen. Mittwoch kommt meine ältere Enkelin für eine Woche. Ich freu mich so.

Ausstinken

Ausstinken

Möwen_s

Nach der Wühlerei in der schwägerlichen Höhle und den anstrengenden Hospizbesuchen, war es wieder einmal an der Zeit ans Wasser zu fahren. Um es deutlich zu sagen, ich musste mich mal ausstinken, wie meine Mutter es immer sagte, und was gibt es da besseres als Seeluft. Also Suka angepackt und mit dem Liebsten nach Bülk, dort ein gutes Stück gelaufen. Trotz Regen war es herrlich und ich fühle mich erfrischt. Ein schönes Gefühl, besonders, weil der Schlaf kein erholsamer ist zur Zeit. Mich plagen Alpträume und wenn ich wach werde, dann kann ich nur schwer wieder einschlafen. Die Göttin sei Dank, es gibt frische Luft und die Ostsee und ab und an ein leckeres Fischbrötchen. Damit kommt man über den Tag.

Toechter einer neuen Zeit

Gestern habe ich „Töchter einer neuen Zeit“ von Carmen Korn zu Ende gelesen. Den ersten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie. Sehr empfehlenswert. Die Handlung beginnt 1919 und die Erzählstimmen sind in der Hauptsache vier Frauen, durch deren Leben wir eine Menge über die Generation erfahren, die 2 Weltkriege erlebt hat. Sehr empfehlenswert!

Erschöpft

Erschöpft

chilli_erschöpft

Mir geht es wie unserer Chilli, ich bin erschöpft und könnte egal wo umfallen und schlafen. Heute waren wir wieder drei Stunden im schwägerlichen Chaos. Drei Stunden sind da wirklich die Grenze, mehr halte ich nicht aus und Viktor geht es ähnlich. Dazu noch die emotionale Belastung … wahrlich nicht die schönste aller Zeiten.

heilen mit heimischen steinen.JPG

Ein bisschen Lektüre habe ich mir gegönnt. Steine liebe ich so sehr und komme selten vom Strand zurück, ohne das einer oder zwei in meine Tasche gewandert sind. Das sie auch Heilkräfte haben finde ich spannend und denke, dass die Zeit für dieses Buch schon lange reif ist. So ganz habe ich nie eingesehen, warum ich Edelsteine und Quarze kaufen soll, wenn der Strand bei uns voll liegt, von wunderschönen Exemplaren, die nur nicht so funkeln, aber dafür auch nicht unter dubiosen Bedingungen abgebaut wurden.

 

Ich bin dafür

Ich bin dafür

Ich bin dafür, wann immer es geht, aufs Wasser zu schauen

Ich bin dafür, für eine gewaltfreie Welt einzutreten

Ich bin dafür, zu lieben und aus vollem Herzen zu lachen

Ich bin dafür, meinen Mitlebewesen und der Umwelt mit Respekt zu begegnen

Ich bin dafür, gut zu Essen, zu Trinken, Musik zu naschen und zu tanzen

Ich bin dafür, einem Sterbenden die Hand zu halten

Ich bin dafür, mehr dafür und weniger dagegen zu sein.

Wörter zum Sonntag

Wörter zum Sonntag

suka und viktorJPG

Es war eine anstrengende Woche, eine mit viel Nerv und nochmehr Missverständnissen, einer Menge Sachen, die wir erledigt haben und noch mehr, das liegen geblieben ist. Doch davon lass ich mich nicht niederdrücken. Wir gönnen uns Auszeiten, egal, was kommt. Wir machen Pläne, unter anderen überlegen wir in den Urlaub zu fahren, wenn alles vorbei ist. Da Suka die letzte Zeit ein wenig kurz gekommen ist, weil wir dauernd unterwegs waren, haben wir heute mit ihr einen Ausflug in den Hundewald nach Trappenkamp gemacht, wo sie freilaufen kann.

the_inner_tradition

Am Freitagaben waren wir Musiknaschen. In der Gaardener Sozialkirche findet einmal im Monat ein Konzert statt. Diesmal hat die Kieler Band The Inner Tradition gespielt. Haben mir super gefallen. Die Herren haben schon seit vielen Jahren immer mal, in verschiedenen Konstalltionen miteinander gespielt und seit drei Jahren gibt es sie in dieser Formation. Jeder hat etwas aus seiner bevorzugten Richtung mitgebracht. So ist eine wundervolle Mischung aus Irish Folk, Blues, Breton Folk und manchmal auch Klezmer entstanden. Unbedingt empfehlenswert.

dieter und Viktor

Ansonsten waren wir viel bei Dieter. Gestern hatte er sogar Lust auf einen Spaziergang im Garten des Hospizes und ich habe die Gelegenheit genutzt ein Foto von meinen beiden Brauns zu machen. Ist nicht ganz so geworden, wie ich es mir gewünscht habe, aber vielleicht können wir es noch einmal wiederholen. Die Verfassung von Braun sen. schwankt. An einem Tag geht bald gar nichts mehr und dann wieder ist er recht wach und traut sich auch vor die Tür. Die ganze Situation geht an die Substanz. An manchen Tagen hoffe ich, dass es bald vorbei ist und dann wieder, dass wir ihn noch einige Zeit behalten können. Wahrscheinlich ist das ganz normal. Mein größter Wunsch ist, dass die Endphase sich nicht zu lange zieht.

Lebenszeichen und ein Blick über den Tellerrand

Lebenszeichen und ein Blick über den Tellerrand

unwirklich

Unserem Leben haftet im Moment etwas Unwirkliches an. Es ist so ein „Dazwischen“. Wir scheinen ständig unterwegs zu sein. Dieters Wohnung, Hospiz, Besorgungen, Überweisungen und  und und. Dann wieder zu Hause und es lohnt sich nicht wirklich etwas anzufangen, weil wir ja gleich wieder los müssen. Jeden zweiten Tag gehen wir den Herrn Schwager bespaßen, der immer weniger wird und nun alles regelt. Gestern hat er mit uns seine Beerdigung besprochen und wer was von seinen weltlichen Gütern haben soll. Bücher, Staubsauger und so weiter wollen ja verteilt sein. Viktor und ich sind sehr erleichtert, dass er es loslässt und sagt, was womit geschehen soll. Das erleichtert es doch sehr.

Trotz unserer nicht ganz einfachen Situation, haben wir ein waches Auge auf die Ereignisse in Hamburg und sind entsetzt. Ich selber bin nicht vor Ort, aber andere sind es. Birte hat in ihrem Heimathafen, einen Beitrag geschrieben, der mir sehr aus der Seele spricht. https://hamburgerzwischenloesung.wordpress.com/2017/07/06/warum-ich-dagegen-bin/

Ich drücke die Daumen, dass es heute friedlich bleibt,

Heute geht es nach Gaarden, der Beginn der Schreibwerkstatt ist schon wieder verschoben worden, aber es gibt auch so einiges dort zu erledigen. Ich brauche Lokalkolorit, um Charlotte und Adele zu akutalisieren und vorher muss ich zum Optiker, ich brauche eine neue Brille. Mittlerweile bin ich nicht nur weitsichtig, sondern auch kurzsichtig. Es muss das Alter sein, von dem alle reden.

 

Grenzen setzen

Grenzen setzen

Zur Zeit trampeln reichlich Leute auf meinen Nerven herum und überschreiten Grenzen, die ich nicht überschritten haben will. Passiert immer, wenn ich eh gerade besonders angeschlagen bin. Dann taucht in meinen Tageskarten Durga auf, die rät Stop zu sagen und eine klare Linie zu ziehen, die nicht überschritten werden darf. Damit war ich heute beschäftigt, ich habe einfach mal alles andere ruhen lassen und mich nur damit beschäftigt, wo für mich Schluss ist. Das eine ist meine Zeit, also die zum Arbeiten. Da ist ganz klar, die muss ich haben. Das andere ist meine Aktivitäten im Außen. Wichtig sind im Moment Viktor, Dieter, meine Tochter und Suka, nicht notgedrungen in der Reihenfolge, alles andere kann erst einmal ruhen, bis sich das eine oder andere erledigt hat.

Gestern war ich auf der Suche nach Trostliteratur und heute habe ich ein Buch gefunden, dass ich so sehr liebe und auch schon öfters gelesen habe. Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger. Eine tolle Autorin und ein guter Grund heute früh zu Bette zu gehen.

Anbei ein Gespräch zwischen Neil Gaiman und Audrey Niffenegger.