Nachdenken über Sammler

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Stricken ist eine Tätigkeit, bei der man wunderbar Nachdenken kann. Aus aktuellem Anlass bewegen sich meine Gedanken rund um das Thema Sammler, Sammlungen und Besitz. Wobei ich es nicht vermeide, mich auch mit meinen Anhäufungen auseinanderzusetzen. Ich behaupte ja immer, keine Neigung in dieser Richtung zu haben, was aber nur bedingt stimmt. Es gibt diese Ecken auch bei mir. Eine ist der Technik gewidmet. Was wohl zum Teil an meiner relativen Armut liegt. Ich neige dazu immer dafür zu sorgen, einen Rechner in Reserve zu haben und ein Tablet und Wolle. Letzteres ist gerne ein Frustkauf, weil ja einigermaßen erschwinglich. Neulich habe ich die Kiste aufgeräumt und so einige Pfund gefunden, die jetzt erst einmal verarbeitet werden, bevor ich neue anschaffe. Bücher waren ein weiteres Thema, doch das erledigt sich mehr uns mehr. Die Regale werden leerer. Ich gebe weiter, immer nach dem Motto, Bücher sollen nicht im Regal stehen, sondern gelesen werden.

Auch wenn ich keine große Sammlerin bin und ständig dran arbeite Besitz zu reduzieren, kann ich mich in keinster Weise mit Dieter oder Viktor messen. Bei Dieter geht mir gerade auf, wie sinnlos diese Sammelei ist. Er hat Münzen und Briefmarken gesammelt und sich da sehr interessiert und jetzt ist keiner da, der es haben will. Also wird etwas, an dem er mit Herzblut hing, einfach so verscherbelt. Mir tut es leid, aber nicht so sehr, dass ich den gerade freigewordenen Platz damit füllen möchte. In mir weckte es den Gedanken: Belaste ich mit meinen Sammlungen nicht auch meine Nachkommen? Beim Ausräumen seiner Wohnung, wird das Gefühl, der belasteten Hinterbliebenen, stärker. Sicher habe ich  schon früher darüber nachgedacht, aber nie so explizit. Also, was will ich hinterlassen? In meinem Fall werden es weniger Sachwerte sein. Außer einigen alten Rechnern und 50 Pfund Wolle. Was wird mit meinen Bildern und Fotos? Jenni hat sich bereits die Bilder, die sie mag mitgenommen. Das reicht. Fotos, na ja, vielleicht möchten die Kinder ein Foto von ihrer Oma haben, aber bestimmt nicht die Tausende, die auf diversen Festplatten herum dümpeln.

Mehr und mehr komme ich dazu auch das Fotografieren zu reduzieren. Also noch einige Fotos für den Blog, Flickr und Facebook. Muss nichts Großes sein, denn die Verwaltung ist im Grunde zu zeitintensiv. Ein Fotograf mit Profiausrüstung in der Familie genügt völlig.

Aber warum sammeln wir wie blöde? Warum kaufen wir permanent Sachen, die wir im Grunde nicht brauchen? Warum solche Mengen? Ist es das Wohlgefühl, im Sinne von: Das kann ich mir leisten? Oder sind wir nur Werbungsopfer? Gleichen wir Mangel anderer Art damit aus, in dem wir unser Leben mit Besitz fühlen? Eine Menge Fragen, denen man nachgehen sollte. Ich werde es jedenfalls tun und weiter am Projekt „Weniger ist mehr“ arbeiten.

 

 

2 thoughts on “Nachdenken über Sammler

  1. Technik in Reserve…. das Lieblingsthema des Gatten….. ich wäre froh, wenn davon mal was rausfliegt, aber solange ich Schuhe sammel, darf ich nix sagen 🙂 Wir sammeln nichts im klassischen Sinn, aber es häuft sich doch immer wieder was an. Und durch die zwei Haushalte vermehren sich auch diverse Gerätschaften, Küchenutensilien und anderes Zeugs. Ja, und ich habe viel nichts anzuziehen, aber da sortiere ich schon immer wieder aus oder verkaufe wieder. Da muß ich mal ran, mir passt durch die 11 Kilo weniger soviel nicht mehr.

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