Gewalt in der Sprache

keim

Ich mache mir in letzter Zeit viele Gedanken um Gewalt. Wo beginnt sie? Wie kann man sie vermeiden? Im Großen und Ganzen bin ich ein sehr friedfertiger Mensch und meinen Mitmenschen relativ wohlgesonnen. Ich sage bitte und danke, halte Leuten die Tür auf und befleißige mich im allgemeinen, eines respektvollen Umgangs mit meiner Umwelt. Doch es gibt da auch eine andere Seite. Wenn ich wütend werde, bediene ich mich schon eines recht drastischen Vokabulars und stoße Drohungen aus. Da ist ein „Den/die bring ich um!“ schnell gesagt. Auch drohe ich gerne damit, dem einen oder anderen die Ohren abzupflücken.

In den letzten Wochen habe ich viele Gespräche mit meiner Tochter und Viktor zum Thema Gewalt gehabt, wie man sie vermeidet und was die Hemmschwelle Gewalt anzuwenden senkt. Da kam ich drauf, dass es in der Sprache beginnt. Denn dem Sprechen geht der Gedanke voraus. Wenn ich also verkünde, ich würde jemanden umbringen, weil er/sie es gewagt hat, mich zu verdrießen, dann habe in Gedanken den oder diejenige als jemand eingestuft, der es nicht wert ist zu leben. Sicher kann man sagen, es ist doch nur so eine Redensart und ich glaube auch nicht wirklich, dass ich überhaupt dazu in der Lage bin, den Worten die Tat folgen zu lassen. Vielleicht ist es ja auch nur eine Möglichkeit um Dampf abzulassen … mag sein. Das ändert nichts daran, dass der Keim des Gedankens ist, jemanden Gewalt an zu tun. Was mich betrifft, werde ich nun sehr vorsichtig und mir sehr bewusst sein, dass die Gewalt im Kopf beginnt.

2 Gedanken zu „Gewalt in der Sprache

  1. das hab ich auch im zorn gesagt
    ich dreh dir den hals rum…
    alle leben noch aber du hast recht – achtsam ist das nicht
    aber es ist auch wichtig dass der zorn irgendwo raus darf
    das macht mich grad nachdenklich …

    1. Mich wie gesagt auch. Einerseits verstehe ich es mit dem Dampf ablassen, andererseits haben Gedanken und Worte Macht, damit meine ich nicht einmal dass wirklich geschieht, was man im Zorn sagt, sondern was es mit einem selber macht.

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