Frau Braun und die Messis

Wenn man meinen Schwager kennenlernt, denkt man als erstes: Was für ein gepflegter älterer Herr. Da sprießen keine Haare aus Ohren und Nase, er ist ordentlich gekleidet und riecht immer ein wenig nach Seife. Kommt man allerdings in seine Wohnung, glaubt man zuerst nicht, dass hier besagter Herr wohnt. Denn D. ist ein Messi. Sein Bruder auch, nur nicht ganz so schlimm und einer der Gründe, warum wir getrennte Wohnungen haben. Mein Ex-Mann No. 2 war auch so ein Fall. allmählich frage ich mich, was mir damit gesagt, werden soll, dass ich immer mit solchen Hamstern und Nichtloslassenkönnern ende. Vier Stunden haben wir heute gebraucht, um eine 8 qm Küche wieder halbwegs nutzbar zu machen. Alles von 2011 – 2016 haben wir entsorgt. Das Gute, Viktor hat einen ganz schönen Schock gekriegt und nun beschlossen auf- und auszuräumen. Damit würde einer meiner größten Wünsche in Erfüllung gehen.

Jedenfalls bin ich geschafft. Nun noch zwei Maschinen Wäsche und Herr Braun seniors Wohnung ist halbwegs in Ordnung. Morgen dann noch seinen Krempel aus der Klinik abholen und dann kann er am Mittwoch nach Hause kommen und sich ärgern, dass wir soviel weggeschmissen haben.

Aber mal im Ernst, was ist hat es mit diesem alles aufbewahren auf sich? Ich kann es nicht verstehen. Vor allem habe ich immer weniger Geduld damit. Das interessante ist ja, dass das direkte Umfeld dieser Hamster mehr leidet, als sie selber. Sie erkennen ja auch nicht, dass es eine Krankheit ist. Um so weit zu kommen, muss der Leidensdruck schon sehr hoch sein.

 

 

 

4 thoughts on “Frau Braun und die Messis

  1. Der Vorwurf wird nicht ausbleiben. Das gute Zeug! Garantiert braucht man das eines Tages.
    Ich habe den Eindruck, dass Männer gerne sammeln, noch mehr als Frauen. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck.
    Erhol dich gut vom Einsatz. 🙂

    1. Oh ja, der Vorwurf kam heute. Die Würstchen von 2006 hätte man doch noch essen können … Therapeutisch war die Aktion eh vorn Arsch. Da wäre es besser gewesen, zu warten bis bei ihm Leidensdruck entsteht. Obwohl, ob er noch soviel Zeit hat, dass es dahin kommt, ist zweifehaft … Es geht ihm nicht wirklich gut. Alles Liebe Karin

  2. http://www.soulemama.com/soulemama/
    eins meiner lieblingsblog
    sie hat alle kinderkleidung ihrer kinder aufbewahrt und dann näht sie jedem kind einen quilt daraus
    das sind so highlights die mir sagen: du wirfst zu schnell weg
    und die süßen gläschen von zwergenwiese – wer kann die wegwerfen? (mein mann!)
    wenn ich platz hätte und könnte wie ich wollte…
    aber manchmal kommt ein punkt und ich hau ganz viel weg
    und hinterher tuts mir leid – den tweedrock vermisse ich immer noch 🙁
    aber andererseits möchte ich den kindern nicht so einen verhau hinterlassen…

    1. Ich bin jaa in Sachen Minimalismus unterwegs. Nein, aufbewahren will ich nicht. Wozu? Es sind doch nur Sachen. Es gibt einige Dinge die mir etwas bedeuten und für die noch nicht die Zeit gekommen ist, sie weiterzugeben, aber wenn sie kommt, lasse ich sie gehen, ohne Reue.

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