Es gibt Lokale

… da weißt du eigentlich schon an der Tür, dass wird ein Griff ins Klo.

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Heute ging es ins Theater. Vorher allerdings was essen. Vor einiger Zeit hat in der Nähe des Bahnhofs die Osteria aufgemacht, und da wollten wir immer schon mal hin. Also kurz und gut, wir sind pünktlich los, wollten eine Pizza essen und dann weiter mit dem Bus zum Schauspielhaus. Wir also in das Lokal, in dem die jungen Hippen speisen. Schon als so ein skelettartiges Wesen uns ein „Buena Sera! Habt ihr reserviert?“ entgegensäuselte, wusste ich, ich bin hier falsch. Da aber nicht mehr genügend Zeit war, folgten wir der gerade der Schule entsprungenen Bedienung zu einem sehr kleinem Tisch, der sehr eng zwischen anderen Tischen gequetscht stand. Aus dem Lautsprecher blechte so eine merkwürdige Italienmucke und kaum sassen wir, kam ein weiteres knochiges Gestell, auch so um die 18, an und händigte uns die Karten mit einem: „Wisst ihr schon, was ihr trinken wollt aus“. Nun könnt ihr mich spießig nennen, in der Regel habe ich auch nichts dagegen, gedutzt zu werden, allerdings stößt es mir sauer auf, wenn es von so Gören kommt, dir mir suggerieren wollen, dass ich nun, da ich das Lokal betreten habe zur fröhlichen Osteriafamilie gehöre. Die Musik dröhnte übrigens in so einer Laustärke, dass eine Unterhaltung kaum möglich war, aber das nur am Rande. Wir bestellten und dachten, wird schon recht zügig gehen. Ging es denn aber nicht, nach sage und schreibe 40 Minuten kamen unsere Pizzen. Ein Blick auf selbige erklärte die lange Zubereitungszeit, es dauert halt länger, wenn der Rand verbrannt sein soll. Auch sind die Pizzen in diesem Lokal sehr groß und dünn, größer jedenfalls als der Teller und zwei davon auf den kleinen Tisch zu kriegen, war schon eine logistische Herausforderung. Das einzig gute, sie schmeckten recht gut, wenn auch nicht überragend.  Bis wir das Teil verzehrt und bezahlt hatten, war es für den Bus zu spät und wir mussten ein Taxi ins Schauspielhaus nehmen.

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Dort denn also Luther von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel. Die Aufführung entschädigte für alles vorherige.  http://www.theater-kiel.de/monatsplan/produktion/titel/luther-urauffuehrung/

3 thoughts on “Es gibt Lokale

  1. Sowas nennt sich dann wohl „Erlebnisgastronomie…“
    Aber immerhin ist dabei ein Blogbeitrag abgefallen, das ist ja auch schon was.

    Was das Theaterstück angeht, so wäre das wohl auch was für mich.
    Wahrscheinlich sind Feridun Ziamoglus Texte da etwas leichter verdaulich als in dem entsprechenden Buch, vor dem ich ja irgendwann kapituliert habe.

    1. Das Stück ist sehr sehenswert und um einiges einfacher zu verstehen. Ich lese das Buch in Etappen, für Abends entspannt zum Weglesen ist das nichts.

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