Die Stimmung war schon besser

Die Stimmung war schon besser

Plötzlich bin ich entsetzlich müde. Alles was ich zur Zeit anfange wird nichts, nicht einmal Socken stricken klappt. Dabei stelle ich mich an, als wenn ich es noch nie gemacht habe. Es ist zum Kotzen. Habe mich trotzdem zu einer Hunderunde aufgerafft und ein wenig fotografiert. Und ja, einige Bilder sind gut geworden, doch mehr als die Hälfte taugte nichts. In der Regel habe ich da eine 10 % Quote.

Selbst das Lesen kommt zu kurz und bei Hörbuch fallen mir die Augen zu. Ich denke die Ereignisse des letzten Jahres holen mich nun ein, dazu noch Zukunftsängste und das Gefühl nichts erreicht zu haben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich dieses Jahr 60 werde? Dabei ist sie mir im Großen und Ganzen egal, die Sache mit dem Alter. Dass es geistig gesehen nicht schlecht ist, ist eine Sache, dass es körperlich betrachtet nix taugt, eine andere. Braucht man nicht groß drüber reden. Ich habe mir also Urlaub verordnet. Ab dem 04. Dezember, also einen Tag nach meinem Geburtstag gehe ich in eine Art Winterschlaf bis zum 07.01.18. Ich werde viel spazieren gehen, mir so einiges von der Seele schreiben und ansonsten hoffen, dass alles ruhig bleibt.

 

5 Gedanken zu „Die Stimmung war schon besser

  1. Dieses Gefühl, nichts erreicht zu haben in einer Zeit, habe ich auch oft. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass wir alleine wuseln. Es fehlt die Auseinandersetzung und auch die Anerkennung in einer Gemeinschaft. Selbst beim Bloggen schreiben wir über unsere tägliche, wichtige Beschäftigung, aber nie, dass uns der Chef gelobt hat und nun alle zur Weihnachtsfeier bittet, dass wir uns im Urlaub eine Reise gönnen oder dass wir uns gerade mal etwas ganz Tolles gekauft haben. Mir fehlten heute zwei Euro an meiner liebsten LieblingsZeitschrift. An manchen Tagen möchte ich mich da am liebsten verkriechen. Heute habe ich eben einfach mit der Schulter gezuckt. Na und?
    Wir können uns nur weiter austauschen. Ein bisschen ist es ja dann doch wie in einer kleinen Gemeinschaft.
    Ich schicke dir liebe Grüße und eine Riesenportion Kraft.

  2. Danke Gudrun, ich glaube wirklich es hat mit den Ereignissen des letzten Jahres zu tun. Ich bin in der Zeit von Ds. Sterben sooft über meine Grenzen gegangen. Du hast recht, was anderes als vernetzen bleibt nicht. Muss ja weitergehen.

  3. alle kollegInnen klagen über müdigkeit erschöpfung und schlafstörungen – die zeiten bringen gerade keine aufbruchs stimmung – ich tät gern die decke übern kopf ziehen – erfolgserlebnisse hab ich derzeit keine – um so wichtiger dass wir uns erinnern dass wir für unser umfeld wichtig sind so wie wir sind
    urlaub und winterschlaf klingt gut
    und viel mit suka rausgehen
    frische luft und bewegung
    allerliebste grüße
    birgit

  4. Graue Novembergedanken kenne ich auch, wenn sie mich auch dieses Jahr noch nicht so massiv erwischt haben wie in manchen Jahren zuvor, in denen ich mehr Zeit zum Nachdenken hatte
    Wobei ich ja das „Glück“ habe, doch relativ ausgelastet zu sein mit Fernbeziehung, Job und dem ganzen drumherum…..

    Was ich allerdings gelernt habe während meiner depressiven Phasen ist, dass ich dann versuche, nur „den“ Tag zu leben, der gerade dran ist:

    „Geht es mir schlecht, dann geht es mir schlecht, und das darf heute auch so sein.
    Morgen oder übermorgen ist es dann vielleicht auch schon wieder anders..
    Gedanken über meine Zukunft versuche ich mir heute nicht zu machen, denn wenn die Welt heute schwarz ist, sieht meine Zukunft genau so aus.“

    Und dazu versuche ich, mir – soweit es geht – selbst was Gutes zu tun und mich selbst nicht unter Druck zu setzen:
    Tee, Sofa, ruhige Musik, schlafen, wenn mir danach ist.

    Meisst hilft mir das über solche Tage hinweg, und das grau ist ein paar Tage später nicht mehr ganz so intensiv.

    Deshalb drücke ich Dir auch die Daumen, dass Du schnell wieder aus dieser Phase raus kommst.

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