Der neue Stuhl

Der neue Stuhl

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Im Laufe der letzten drei Jahre habe ich zwei sehr teure Bürostühle geschafft. Sie waren dem Gewicht meiner Persönlichkeit nicht gewachsen. Bei Beiden gab die Hydraulik auf und wenn ich nicht mit angezogenen Knien am Schreibtisch sitzen wollte, mussten sie ersetzt werden. Dabei waren beide angeblich für deutlich mehr Gewicht geeignet, als man der Beschreibung entnehmen konnte. Jedenfalls brauchte ich einen neuen Stuhl und dieser Umstand führte uns letztlich zu Ikea, da wir in der Stadtmission nicht fündig wurden und ich keine Lust hatte, und auch nicht die Mittel, noch einmal ein teures Stück zu erwerben. Also IKEA oder wie ich es nenne, die Möbelhaushölle. Den Stuhl hatte ich in 10 Minuten gekauft, um durch den Laden zu kommen brauchten wir eine dreiviertel Stunde … und danach war ich zu nix mehr zu gebrauchen. Da kriegt mich keiner mehr rein.  Jedenfalls kann ich berichten, dass der Stuhl es bis jetzt tut. Ich gucke ihn morgens immer streng an und zeige ihm Bilder von seinem Vorgänger, den wir an die Straße gestellt hatten, wo er innerhalb weniger Stunden bis auf die Sitzfläche demontiert wurde.

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Um zu angenehmeren zu kommen. Gestern war Bergljots Famillie von Vigdis Hjorth in der Post. Die Übersetzung ist von Gabriele Haefs. Ich wollte nur kurz hereinlesen und bin dann hängengeblieben. Ein wunderbares Buch, welches in Norwegen einiges an Skandal hervorrief. Bergljot hat sich von ihrer Familie losgesagt, weil sie die Verlogenheit nicht mehr ertrug. Sie war als Kind von ihrem Vater missbraucht worden, wie sie in einer Psychoanalyse herausgefunden hat. Dann beginnt ein Erbschaftsstreit unter den Geschwister und nach 23 Jahren Distanz kommt alles wieder hoch.  Für Aufregung sorgte das Buch besonders, weil man autobiografisches vermutete. In wie weit das stimmt, muss ich noch eruieren. Doch egal ob nun „aufgrund einer wahren Begebenheit“ oder Fantasie, Vigdis Hjorth hat da ein wunderbares Buch geschrieben.

4 Gedanken zu „Der neue Stuhl

  1. Ich sitze schon seit elf Jahren auf „Ikea-Billig“ und das mit einem Kampfgewicht von bis zu 120 Doppelpfund.

    Bisher hat die Hydraulik das gut ausgehalten, die Sitzfläche allerdings war nach gut 6 Jahren so abgescheuert, dass der Bezug in Fetzen hing. Trotzdem war das kein Grund, mich von meinem geliebten Thrönchen zu trennen, das ich ansonsten immer noch ganz bequem finde.
    Bei passender Gelegenheit habe ich mir einen Autositz-Schonbezug aus echtem Lammfell besorgt (gibts immer mal wieder für kleines Geld bei Feinkost-Albrecht) und einfach über die maroden Stellen gezogen.
    Nun ist das Ding wieder schick und noch ein ganzes Ende gemütlicher geworden…

    1. Genau darum wollte ich zu IKEA, nachdem ich bei der Stadtmission nichts gefunden habe. Ich hatte in Erinnerung dort einmal einen Stuhl erworben zu haben, der lange lange hielt und das zu einer Zeit in der ich gut 160 kg wog. Jetzt ist es deutlich weniger, also hoffen wir das Beste.

  2. poah ja – wir wollten an dem tag vor der einheitsfeierei kurz ein regal für die mutter bei ikea holen
    da die kinder schule hatten dachte ich nicht alle lehrer kämen auf die gleiche idee
    pustekuchen
    es war voll als gäbs was umsonst
    die schlange an der essensausgabe zog sich halb um den block ( gefühlt )
    und die gemeinen haben den kurzen weg zur möbelhalle versperrt
    es war ein hauen und stechen wie auf der autobahn
    never ever
    aber die selbstbedienungskasse ging schnell

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