Das Ende ist nahe

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Heute waren wir nur kurz im Hospiz. Dieter ging es so schlecht, dass er seine Ruhe wollte, also sind wir gegangen, haben aber vorher noch mit der Schwester gesprochen, die sagte, was ich schon wusste: Dass es nun nicht mehr lange dauern wird. Natürlich war das die ganze Zeit klar, aber man gewöhnt sich so an die Routine, auf Besuch zu fahren und irgendwann ist man überrascht, dass es nun wirklich zu Ende geht. Ich muss gestehen, mir graut vor der Zeit „danach“, vor den ganzen Dingen, die erledigt werden müssen und vor allem vor den Auseinandersetzungen mit seiner Freundin, die sich auch im Hospiz bereits unbeliebt gemacht hat. Man bat uns heute doch einmal mit ihr zu reden, dass sie nicht so eine Unruhe verbreiten soll, sondern einfach seine Hand halten und da sein. Was natürlich für eine, die sich für die Hauptleidtragende in dem Drama hält und nicht den Sterbenden, unmöglich ist. Viktor hat versucht es ihr zu verklickern, doch ich befürchte, die Botschaft ist nicht angekommen. Ich hoffe wir kriegen die Beerdigung und die Trauerfeier ruhig über die Bühne und die Situation eskaliert nicht.

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Im Anschluss ans Hospiz waren wir eingeladen bei einer lieben Freundin und haben schön in der Sonne gesessen und geklönt. Da gab es auch lecker Kuchen, den ich leider nicht fotografiert habe. Nächstes Mal.

 

9 thoughts on “Das Ende ist nahe

  1. Eben, einfach hinsetzen, still sein und die Hand halten. Das wäre für den Schwager am besten. Und eigentlich für alle anderen auch.
    Ich wünsche euch einfach nur Kraft. Ihr habt euch beide, Victor und du, ihr könnt euch aneinander festhalten.
    Alles Liebe.

    1. Das ist das was wir tun, also Viktor und ich. Allerdings kriegt Dieters Dame das nicht hin, sie fordert immer noch seine Aufmerksamkeit und macht ihn unruhig. Sie merkt einfach nichts. Gestern hat er sie weggeschickt, hat ihr gesagt, dass sie ihn anstrengt und es kommt nicht bei ihr an.

  2. Wie Gudrun schon schreibt:
    Hin setzen, anwesend sein, Hand halten, in Ruhe begleiten auf dem schweren letzten Weg.
    Das macht ihr gut und richtig.
    Und auch dass ihr Euch habt und das gemeinsam durchstehen könnt ist wichtig.

    Allerdings kann ich auch ein wenig „Dieters Dame“ verstehen.

    Nicht das sie die Hauptleidtragende ist, aber sie ist auch selbst eine „Leid“ tragende, die lernen muss, mit dem Verlust einen lieben Menschen fertig zu werden. Und da wird bei ihrem Verhalten möglicherweise auch genau die Angst vor diesem Verlust und der Einsamkeit danach eine Rolle spielen – zusammen mit dem Wunsch, ihren Liebsten möglichst lange festzuhalten.
    Insofern glaube ich, dass sie sich da nicht wirklich adäquat verhalten kann – mal vorausgesetzt, dass sie möglicherweise niemanden hat, mit dem sie ihr eigenes Leid teilen kann.

    Was nichts daran ändert, dass diese Verhalten auch ein gutes Stück Egoismus zeigt, der in Dieters Situation eigentlich in den Hintergrund rücken sollte.

    1. Wenn die Dame nur in dieser Situation so wäre, dann hätte ich kein Problem, leider ist sie immer so. Aber weitere Besuch haben sich auch erledigt. Dieter ist die Nacht gestorben und wir waren uns eben verabschieden.

    1. Danke für deine Anteilnahme. Ja, nun ging es schnell und dafür sind wir sehr dankbar. Nun hat er Ruhe und wir müssen uns daran gewöhnen, dass er nicht mehr da ist. 🙁

  3. Liebe Karin, mein aufrichtiges Beileid möchte ich dir und deinem Mann übermitteln. Abschiede sind immer schwer, aber tröstlich ist, dass Dieter jetzt frei ist und nicht mehr leiden muss.
    Ich denke an Euch.

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