Angeschlagen und auf Autopilot

Angeschlagen

Bis dato war es eine anstrengende Woche und ich habe auf Autopilot umgeschaltet. Aber es sind die wichtigsten Termine, bis auf die Trauerfeier, abgearbeitet. Heute morgen sind wir früh los und haben unsere neuen Ausweise abgeholt, gestern haben wir mit dem Entrümpler gesprochen, der bereits nächsten Dienstag tätig werden will. Da kriegte der Liebste einen Anfall von „aber-wir-können-doch-nicht-Dieters-Sachen-so-schnell-weggeben“. Beruhigte sich aber einigermaßen zügig wieder, nachdem ich ihn mir zur Brust genommen habe und nun wird es wie geplant von Statten gehen. Es geht nicht an, dass wir da ein Museum erhalten, und es geht auch nicht an, dass mehr und mehr Sachen hier  landen. Es wird Zeit, zumindest in der Wohnung, einen Abschluss zu finden. Viktor weiß das auch, vom Kopf her, doch gefühlsmäßig ist es eben hart, was ich ja auch verstehen kann, aber einer muss einen klaren Kopf behalten und eben manchmal auch ein Machtwort sprechen. Es gibt allerdings Momente, da wünsche ich mir, ich könnte es sein, die sich ihren Gefühlen überlässt und jemand anders könnte vernünftig sein.

Morgen ist also die Trauerfeier und danach noch Kaffeetrinken und funktionieren. Dann nach Hause und sehen, wie es weitergeht. Wir haben einige ruhige Tage vor uns, an denen wir uns verbarrikadieren oder ein wenig rausfahren werden. Ans Wasser ist ja immer gut für die Seele oder nach Kappeln, dort gibt es einen Wollladen, der ein recht interessantes Angebot hat. Außerdem ist Kappeln immer schön.

 

Fotografieren geht immer

Der Liebste

Heute haben waren wir mit Suka im Tannenberger Gehölz und haben fotografiert. Das geht irgendwie immer. Da kann man noch so traurig, noch so bedrückt sein. Uns hat die Runde sehr gut getan. Danach haben wir geräumt. erst einmal in unserer Wohnung, denn da noch ein zwei Teile aus Dieters Wohnung zu uns sollen, brauchen wir Platz. Unter anderen bekomme ich ein Nähtischen, dass bereits meiner Schwiegermutter gehört hat, die in Heimarbeit Trikotagen genäht hat. Das hätte ich schon gerne vor 12 Jahren bekommen, aber da war Dieter schneller und ich habe es ihm auch gegönnt.

Eigentlich wollten wir heute noch viel mehr schaffen, doch wir sind geschafft. Macht nichts. Heute morgen haben wir fein ausgeschlafen. Das erste Mal seit Wochen wieder.

Mir graut allerdings vor der Zeit nach der Trauerfeier und nach dem Räumen der Wohnung, erfahrungsgemäß funktioniere ich in Zeiten der Not wundervoll … und breche zusammen, wenn alles geregelt, alles getan ist. Dann geht es meistens in ein tiefes Loch. Mal sehen in wie weit ich da vorbeugen kann.  Erste Anzeichen machen sich schon bemerkbar. Wird Zeit das ich zum Schreiben komme.

Pelzerhaken

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute ging es, wie man dem Posttitel unschwer entnehmen kann, nach Pelzerhaken. Jenni und die Kinder sind dort im Urlaub und haben drei Wochen Meer und Strand, was ihnen sicher gut tut. Es war ein wunderschöner Tag. Viktor und ich waren mit Selena am Strand und Jenni ist mit Melinda zum Schwimmkurs gewesen, wobei die kleine Krabbe mal eben, eigentlich nebenbei, ihr Seepferdchen gemacht. Nun können beide Mädchen schwimmen und keine von Beiden will mit ihrer alten Oma in die Ostsee. Na ja, ich habe da ja auch alleine Spaß. Melinda meinte übrigens, ich habe gut ausgesehen als ich erwachsen war. Als ich daraufhin richtig bemerkte, dass ich ja immer noch erwachsen wäre, bekam ich zur Antwort: Nein, nun bist du alt! Wo sie recht hat …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es war ein Tag voller Leichtigkeit und Lachen, was wir dringend brauchen konnten. Die letzten Tage waren sehr intensiv und wir brauchten dringend eine Ablenkung. Als wir nach Hause kamen, leuchtete die Lampe des Anrufbeantworters, was uns sofort erblassen ließ. Aber alles gut, war nur der von Dieter gewünschte Trauerredner. Er will morgen zu Besuch gehen.

Urlaub vorbei

archer.JPG

Der Urlaub ist vorbei. Unsere zehn Tage mit Selena sind um und nun ist sie wieder in Hamburg. Wir haben viel erlebt und hatten sehr viel Spaß. Auch wenn es zeitweise sehr anstrengend war, so werde ich diesen kleinen Wirbelwind doch vermissen. Allerdings habe ich auch meine Arbeit vermisst, in den gemeinsamen Tagen. Auf so engen Raum war ja nicht daran zu denken mal in eine Geschichte abzutauchen. Doch nun wird der Bogen gespannt, das Ziel anvisiert und dann geht es los.

Jenni sagt, sie hat die Zeit ohne Kinder genossen, auch wenn sie die lieben Kleinen vermisst hat. Sie erzählte, dass sie noch mal alle Filme ihrer Kindheit angesehen hat. Mac Beth, Club der toten Dichter und noch einiges Shakespeare. Dachte so, was für komische Filme wir damals geguckt haben. Aber sie mochte nun mal Shakespeare und liebte es, wenn wir uns die Verfilmungen angesehen haben. Sehr lustig.

Selenesche Erkenntnisse

Überall in der Wohnung verstreut finde ich Zettel mit Seleneschen Weisheiten. Ich bin ganz begeistert.

Melinda war sehr froh ihre Schwester wieder zu haben und so sind wir denn alle noch ein Eis essen gegangen, dann ging es für Viktor und mich zurück nach Hause und in den Alltag. Zu Melindas Einschulung fahren wir wieder nach Hamburg.

Heute: Arche Warder

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute also Haustierpark Arche Warder. Dort hat man sich auf die Fahne geschrieben, für den Erhalt der Vielfalt von Nutztierrassen einzutreten. Seit ich in Kiel wohne möchte ich dort hin und nun, wo Selena bei uns residiert, haben wir es geschafft. Für sie, aber auch für uns, war es ein Fest. So eine schöne Anlage und so viele interessante Tiere. Dort bin ich sicher nicht das letzte Mal gewesen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ansonsten ist die Stimmung gemischt. Natürlich machen wir zur Zeit sehr viele, sehr schöne Sachen und geben viel zu viel Geld aus … doch was soll es? Wir haben anstrengende Monate hinter uns und die Zeit die vor uns liegt, wird auch kein Spaziergang. Ich war skeptisch, ob Selenas erster längerer Besuch in Kiel in dem ganzen Dieter Kuddelmuddel richtig ist, aber das ist es. Wir haben viel Freude an unserer Kleinen und erleben sie als unkomplizierte Hausgenossin, die viel lacht und sehr interessiert an allem Möglichem ist. Natürlich ist es auch anstrengend. Unsere Wohnung ist klein und sich einfach mal für einige Zeit separieren, ist fast unmöglich, doch mit Hilfe des wunderschönen Viktors geht es. Er ist immer bereit, mal als Vorleser oder als Draussenrumtober zur Verfügung zu stehen. Überhaupt ein toller Typ und wenn ich ihn noch nicht geheiratet hätte, würde ich ihn auf der Stelle um seine Hand bitten.

Warder war natürlich auch gleich Versuchslabor für die neue Kamera. Bis dato bin ich zufrieden. Im Makrobereich ist meine kleine Sony besser. Aber das ist kein Problem, denn ich habe die ja noch und irgendwann kommt sicher ein Makroobjektiv dazu und alles wird wundervoll.

 

 

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Strand FO

Besser als erwartet, war das Wetter heute und so haben wir die Chance genutzt und sind an den Strand gefahren. Selena hatte dort vorgestern ein Mädchen kennengelernt und die Beiden hatten sich locker verabredet. Dass hat auch gut geklappt. Die Damen hatten viel Spaß und haben nebenbei Müll gesammelt und in die diversen Abfalleimer sortiert. Ich muss sagen, ich bin recht stolz auf unsere Enkeltochter. Neulich haben wir über Plastikmüll gesprochen und wie schädlich dieser für die Fische und die Umwelt ist und schon wird sie tätig.

Aber so langsam kriegt sie Sehnsucht nach ihrer Schwester und hat sie auch schon zum 2. Mal angerufen.

Jetzt noch Chinesisch Essen und dann Unendliche Geschichte gucken. Dann zu Bett. Morgen früh geht es aufs Amt. Wir müssen unsere Ausweise verlängern lassen.

Haithabu und hinter her in die Ostsee

haithabu

Auf das die Enkelin Büldung erlange, waren wir heute in Haithabu. Wie Harry Rowohlt mal zu richtig sagte, man will ja nicht nur unterhalten, sondern auch erbauen. Also haben wir das Kind mit an die Schlei genommen und ihr das Museumsdorf gezeigt. Sie fand es alles recht nett und was sie am meisten interessierte waren die Schafe und Kühe. Genaugenommen hätten wir sie einfach auf der Weide lassen können und sie auf dem Rückweg wieder abholen. Allerdings ist anzunehmen, dass sie sich dann so mit den Viechern angefreundet hätte, dass wir sie hätten mitnehmen müssen. Wenn es je ein Kind gab, das ein Händchen für Tiere hat.

Fo Möwe

Auf dem Rückweg haben wir Station in Friedrichsort gemacht und ich bin noch mal schnell in die Ostsee gehüpft. Meine Familie wollte nicht, also ich und die Möwen. Es war mir ein Fest. Was mich allerdings auf die Palme bringt, ist der Plastikmüll, den ich dauernd aus dem Wasser fische. Die Achtlosigkeit und Ignoranz meiner Mitmenschen bringt mich immer wieder auf die Palme.

Zoologisches Museum und Friedrichsort

Tiefseekrabbe.JPG

Ist es nicht merkwürdig? Man entdeckt etwas in seiner Heimatstadt und sagt: Da will ich unbedingt mal hin … und dann geht man nicht! Man denkt ja immer, ach ist ja gleich ums Eck, kann ich immer noch. Das ging uns lange mit dem Zoologischen Museum so. Doch dank Selenas Besuch haben wir es heute geschafft. Was soll ich sagen: Ein Schatzkästlein! Die haben eine Tiefseeausstellung und Walskelette und … ach ich kann es gar nicht alles aufzählen. Ich muss da unbedingt noch mal hin. Leider war Selena nicht so begeistert, außer von dem Pottwalskelett, denn Pottwale sind ihre Leidenschaft.

FO Strand

Also haben wir es kurz gehalten und sind an den Strand gefahren und ich bin endlich in die Ostsee gehüpft. Selena nicht und der Liebste auch nicht, weil er seine Stützstrümpfe anhatte und es immer so ein Kampf ist, sie auszuziehen und vor allem wieder anzuziehen. Nun ist Feierabend und heute müssen wir früh zu Bett. Morgen ist wieder ein aufregender Tag.

 

Bei den Wildschweinen

wildsau

Heute waren wir im Schwentinetal und haben mal bei den Wildschweinen längs geguckt. Das war wieder ein Erlebnis. Selena mochte die nichts so, sie sagt, die stinken. Aber ich finde sie so lieb, dass mich der Geruch nicht stört. An der Schwentine ist es immer sehr schön. Der Fluss ist recht verwildert, was ich sehr mag. und es steht mein Traumhaus dort. Obwohl es noch mehr Traum wäre, wenn es direkt an der Ostsee stände, doch man kann nicht alles haben. Außerdem kann ich es mir dahin träumen, ist ja mein verdammtes Traumhaus.

Traumhaus

Aber es steht da auch recht schön. Ansonsten haben wir viel Spaß und morgen gehen wir baden. Außer es regnet, dann suchen wir uns was anderes. Das Zoologische Museum vielleicht.

Großmütterlich

Halfgranny

Für die Zeit von Selenas Besuch habe ich mir ein einfaches Muster zu häkeln gesucht. Passend zum Thema nennt es sich Halfgranny. Macht Spaß und man muss nicht zählen, was gut ist, denn jedes anspruchsvollere Muster würde ich im Moment nicht hinbekommen, soviel: Oma, kannst du mal … Oma, woher weißt du das Suka kein Wolf ist … Oma, wann gibt es Pizza. Aber es ist schön. Heute morgen waren wir einkaufen. Sandalen und T-Shirts und einen Hut. Dann nach Hause ausruhen, es ist so schwül heute, da mag man gar nicht rausgehen.

kapitalismus toetet

An meine Grenzen stieß ich bei der geforderten Erklärung, was dieser Schriftzug bedeutet. Was Kapitalismus ist und warum er tötet. Gar nicht so einfach, dass einer achtjährigen zu erklären, auch wenn sie bald neun ist. Ich denke aber ich habe es nicht ganz so schlecht gemacht.

So, nun werden wir mal sehen, was die Pizza macht und dann geht es heute früh zu Bett.