Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

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Heute ist alles anstrengend und geht extrem langsam. Das fing schon mit dem Aufstehen an. Ich konnte mich kaum überreden mein Bett zu verlassen. Dabei habe ich wahrlich genug Arbeit. Muss ja ein wenig mehr als die übliche Tagesration am „Jig“ schaffen, weil ich morgen nach Hamburg zu meinen drei Mädels fahre. Nun mache ich langsam Feierabend, denn ich muss mich für den Besuch präparieren, meine Enkelinnen sind nicht unbedingt pflegeleicht und stellen Ansprüche. So hat die Ältere angemeldet, sie will sich mit mir über Luther (hat sie eine Dokumentation drüber gesehen) und Moby Dick unterhalten. Sie kann nicht verstehen, wieso der Wal immer das Schiff angreift. Also muss ich mal sehen, wie ich ihr erkläre, dass es sich eher anders herum verhält. Zum Glück habe ich ein Buch mit kindgerechter Aufarbeitung der Geschichte gefunden, dass wird zwar erst Donnerstag geliefert, aber ich kann schon mal drauf verweisen, wenn ich nicht weiterkomme.

Für heute ist Schluss. Noch die 1. Folge American Gods auf Prime gucken und dann zu Bette gehen und den Rest von „Wenn das Eis bricht“ von Camilla Grebe lesen. Spannend spannend, ein echter Page Turner.

Bleiben wollen?

Nekropolis

Heute ging es einmal wieder auf den Südfriedhof. Diesmal sind wir nicht die übliche Runde gegangen, sondern ein wenig querbeet herumgeströmert. Plötzlich stand ich vor einem eingezäunten Familiengrab von gewaltigen Ausmaßen, mit einem Marmormonument darauf, auf dem stand: Wir haben eine bleibende Ruhestätte! Der Text und die Anlage hätten etwas Endgültiges. So in der Art: Wir gehen hier nicht weg! Sofort dachte ich: Würde ich das wollen? Um jeden Preis bleiben? Selbst tot noch so ein Anwesenheitssignal hinterlassen? Nein, möchte ich natürlich nicht! Ich finde den Gedanken schön mich irgendwann aufzulösen und zu verschwinden. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass ich mir nicht wünsche, dass man sich meiner erinnert. Selbstverständlich wäre ich froh, wenn meine Enkelinnen noch manchmal an mich denken würden oder die Menschen, die mich im Leben gekannt haben. Aber Monumente müssten wahrlich nicht von meinem Dagewesensein zeugen.

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Dieser Gedanke des sich auflösend, irgendwann, beschäftigt mich besonders seit ich Grabgeflüster von Martín Ó Cadhain gelesen habe. Ein wunderbares Buch, dessen Protagonistinnen allesamt tot sind und nun in der Friedhofserde unruhen, denn von Ruhe kann da keine Rede sein. Es geht weiter wie gehabt, die alten Fehden werden gepflegt, es wird sich an Gutes und Schlechtes erinnert. Nee, so soll es nicht sein. Wenn es bei mir so weit ist, soll mein Körper verbrannt werden und die Asche soll in die Ostsee, dort kann sie sich dann auflösen, während sich mein Geist in der universellen Ursuppe auflöst und dort wenns gut kommt, ein wenig zur Würze beiträgt. Wozu ich allerdings gar keine Lust habe, mich nach buddhistischer Manier tagtäglich im Sterben zu üben. Früher oder später hat das meines Wissens nach noch jeder ohne Trockentraining hinbekommen.

Ich denke oft über den Tod, die Vergänglichkeit und das Sterben nach. Aber nicht Angst erfüllt. Sicher habe ich Angst vor Siechtum und Schmerzen, aber vor dem Sterben? Nein! Die Existenz einer Hölle bezweifele ich stark und die Sache mit der Wiedergeburt auch. Es kann natürlich sein, dass ich mich da irre … ich bin wahnsinnig gespannt, wie es denn nun wirklich ist mit dem totsein.

Sonntag mit der Family

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Die letzten Wochen musste Suka sehr viel alleine bleiben, weil ja in Kliniken und Kureinrichtungen keine Hunde erlaubt sind. Blöderweise! Auch beim Herrn Schwager, in dessen verclutterter Wohnung, ist für sie kein sein, obwohl sie ihn heiß und innig liebt und nicht müde wird ihn zu beschmusen, wenn er hier ist. Beruht übrigens auf Gegenseitigkeit. Heute jedenfalls war sie einfach nur glücklich, weil Viktor und ich zu Hause waren und gemeinsam mit ihr eine Runde gingen. Danach habe ich gearbeitet und sie hat es sich unter meinem Schreibtisch bequem gemacht. So langsam läuten wir denn mal den Feierabend ein. Gestern abend habe ich noch den Beltane-Altar fertig gemacht und so bleibt heute nichts mehr zu tun.

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Vor mir liegt eine anstrengende Woche. Daher werde ich es morgen noch ruhig angehen. Dann Dienstag ein gutes Stück vor arbeiten, weil ich Mittwoch nach Hamburg zu Jenni und den Kindern fahre.

Euch allen ein schönes Beltane.

Besuch in Honigsee

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Trotz des eisigen Windes wird es Frühling in Schleswig-Holstein und das ist die Zeit, in der sich unser kleines Land von seiner schönsten Seite zeigt. Wir waren heute zum Geburtstagskaffee in Honigsee eingeladen. Um dort hinzugelangen geht es einige Kilometer über Land und mir ging mal wieder das Herz auf.

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Der Himmel ist zur Zeit eine Pracht. Gut das mein Chauffeur auch fotografiert, so brauchte es nicht viel, ihn zum Anhalten zu bewegen, um einige Fotos zu machen. Dieses entstand zwischen Rönne und Honigsee.

Es war schön mal unter Leuten zu sein, von denen man die meisten nicht kennt. Interessante Gespräche, lachen, leckeres Essen und dann ging es wieder nach Hause und das ist auch schön. Nun muss ich mich noch ein wenig sortieren und dann geht es zu Bett. Morgen kann ich ausschlafen und dann ist buisness as usual.

Ein Geständnis

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Es wird Zeit, dass ich es öffentlich mache, so beschämend es ist. Ich liebe Baumärkte! Weiß der Geier warum. Für mich sind sie so eine Art Wunderland. Da gehe ich denn mit großen Augen durch und kann gar nicht fassen, was es alles gibt. Für mich ist es das ideale Geschäft, dort kann ich gucken, finde die Sachen toll, besonders weil ich kaum etwas wirklich haben will und so nicht in Versuchung komme Geld auszugeben.  Angst haben, dass man von Verkäufern belästigt wird, muss man auch nicht. Wenn man wirklich mal einen braucht, hat man Glück, wenn man ihn noch an den Knöchel unter einem Regal herausziehen kann, wo er versucht sich vor den Kunden zu verstecken.

Heute waren wir im Baumarkt. Der Herr Schwager brauchte einen neuen Schlauch für die Dusche. Eine halbe Stunde haben Herr Braun und ich uns mit Armaturen, Schläuchen, Maßen und so weiter amüsiert, dann sind wir zu Dieter und der hat uns zu Kaffee und Kuchen in einer Nobelkonditorei eingeladen. Das war natürlich hart, aber es gehört nun mal zu unseren Aufgaben D. bei Laune zu halten, koste es was es wolle. Wer bin ich, so schwer es ist, mich meinen Pflichten zu entziehen. Nun noch den Heiligenschein polieren und dann ist Feierabend.

Sonderbarer Tag

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Nachdem ich gestern mehrere Stunden am Stück ungestört arbeiten konnte, war es heute wieder sehr störungsreich und das, obwohl das Telefon ausgestellt ist. Kaum fange ich etwas an, will der Hund auf den Arm, der Liebste hat eine Frage und ich soll Pakete für die gesamte Nachbarschaft annehmen. Komischerweise habe ich zwischendrin doch noch einiges fertig bekommen, allerdings nicht soviel wie ich wollte. Morgen ist frei, weil wir fürs Wochenende einkaufen müssen und Samstag sind wir eingeladen.

Ich dachte, wenn der Tag schon so nervig ist, soll wenigstens das heutige Blogbild ein fröhliches sein. Suka und ich sind vorhin spazieren gewesen und haben fotografiert. Die Sonne scheint und ein kalter Wind weht, wenigstens kein Regen. Toi Toi Toi. Viktor ist gerade bei Dieter, der uns große Sorgen macht. Noch immer keine Besserung, es geht ihm eher schlechter, aber er will nicht zum Arzt, was ich einerseits verstehen kann.

Übersetzen

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Einige Zeit hatte ich die Übersetzung von A Jig before dying von Danny Carnahan beseite gepackt, weil so viele andere Sachen waren. Nun geht es weiter. Heute morgen habe ich mir als erstes den Schreibtisch entsprechend her gerichtet. Beim Übersetzen arbeite ich gerne mit zwei Rechnern, einen für den Text und den anderen zum Nachschlagen. Das funktioniert recht gut.

Eigentlich habe ich mir nie vorstellen können, einmal zu übersetzen. Sicher, als ich noch aktiver in der feministischen Hexenszene unterwegs war, habe ich manchmal Artikel von Starhawk und Zsuzsanna Budapest übersetzt. Aber das war ja nur so am Rande. Dann hatten Gabriele Haefs und ich die Idee zu Vierertreffen – Schottland Irland und ich übernahm die Übersetzung von Rita Kellys Maggie, einfach als Versuch ob ich es hinbekomme. Das klappte. Also nach einigen Artikeln, einer längeren Kurzgeschichte, nun ein Kriminalroman. Wer hätte das gedacht … ich sicher nicht. Doch ich gestehe, mir macht die Arbeit Spaß, es eröffnet ganz neue Aspekte des Schreibens und man lernt eine Menge. In dem Buch gibt es einen literarischen Bezug zu dem Mord. Es ist die irische Sage aus dem 9. Jahrhundert von Mad Sweeney, die von Seamus Heaney ins Englische übersetzt wurde und auf die auch Flan O’Brien und T. S, Elliot in einigen Werken Bezug genommen haben. Da in Dannys Text einige Passagen, dieses in Stanzen geschrieben Gedichtes, vorkommen, habe ich mich auf die Suche nach einer deutschen Übersetzung von Seamus Heaneys „Sweeney Astray“ gemacht. Die englische Ausgabe befindet sich in meinem Besitz. Ich dachte, der Heaney ist ein Nobelpreisträger, von dem gibt es doch alles übersetzt … von wegen. Ich wurde nicht fündig. Jedenfalls nicht als eigenständiges Werk. Natürlich kann es sein, dass sie sich in einem der Sammelbände befindet. Wie auch immer, es sollte ja vorangehen und so habe ich es einfach einmal selbst versucht. Bin gespannt, was die gestrenge Gabriele zu meinem Versuch sagt.

Brewers Dictionary

Eine weitere Quelle der Weisheit, wenn auch keine Hilfe im oben beschriebenen Fall, ist Brewer’s Dictionary of Phrase & Fable. Ein wahrer Schatz, der in keinem Haushalt fehlen sollte.

CappuRaKu

Nachdem ich so hart gearbeitet hatte, musste ich mir noch ein wenig den Wind um die Nase wehen lassen und da ich auch noch etwas Recherche in Sachen Leuchtturm brauchte, ging es noch einmal nach Friedrichsort. Und da direkt am Leuchtturm die Deichperle ist und übersetzen, laufen und recherchieren hungrig machen, habe ich meine letzten Kröten zusammengerafft und habe mir ein Stück Rhababerkuchen und einen Cappucino gegönnt, während der Liebste weiter um den Leuchtturm strich.

 

Nicht der beste aller Tage

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… war es heute. Keine großen Katastrophen, das nun wirklich nicht. Nur soviel Nerverei. Kaum hatte ich angefangen zu arbeiten, klingelte in einer Tour das verdammte Telefon und alles war eilig. Ab Morgen ist es wieder aus, solange ich schreibe oder übersetze. Dann ging es zum Herrn Schwager, der sich Kassler und Sauerkraut gewünscht hat. Was wir ihm natürlich gerne gekocht haben. Dort haben wir die Gelegenheit genutzt und die kaputte Mikrowelle entsorgt, bevor er intervenieren konnte. Er hat es ja immer schwer irgend etwas loszulassen. Ihm geht es immer noch nicht gut, ist sehr schwach und muss sich alle paar Meter hinlegen. Das macht mir schon Sorgen, dass er sich so schlecht erholt. Manchmal hat er einen guten Tag und wir schöpfen Hoffnung, doch am nächsten Moment liegt er wieder lang und kann sich kaum aufraffen zu essen. Daher koche ich ihm auch all seine Lieblinge, damit er sich leichter überwinden kann, etwas zu essen, denn er hat kaum Appetit.

Ansonsten ist alles im Lot. Gut, wir sind, wie jedes Mal um diese Zeit des Monats pleite, aber das kennen wir ja und Hunger und darben müssen wir nicht, weil wir ja gut mit Vorräten ausgerüstet sind. Doch es ist bedrückend. Existenzangst lauert immer im Hintergrund und das macht es nicht leichter. Es ist nicht schön, wenn einem so eine einfache Anschaffung, wie ein neuer Boiler, aus der Bahn wirft.

 

Der frühe Vogel kann mich mal

blauäugig

Immer wieder stelle ich fest, früh aufstehen, das ist nichts für mich. Heute mussten wir gezwungener Maßen, weil Dieter zum Arzt sollte. Also ich hätte nicht müssen, aber Viktor. Aus Solidarität, weil die Küche gewischt und ich mich gestern ziemlich über eine Mail geärgert habe, bin ich mit aufgestanden und dachte: Toll, Mittag bist du mit allem durch und dann kannst du es dir gemütlich machen. Mittag kam, nix war fertig und ich war hundemüde und bin es auch noch. Ich glaube ich geh wieder zu Bette.

Wieso versuche ich mir eigentlich immer wieder einzureden, dass ich besonders produktiv sein kann, wenn ich früh aufstehe? Das muss noch so eine alte Konditionierung sein. Meine Mutter hat ja immer versucht mir mit diesen Küchenweisheiten wie: Der frühe Vogel fängt den Wurm oder Wer morgens singt, vögelt abends die Katze  … Moment, letztertes klingt falsch, dieses mitten in der Nacht aufstehen schmackhaft zu machen. Watt’n Quatsch.

Ich mochte schon als Kind nicht früh aufstehen und war die ersten beiden Stunden in der Schule zu nix zu gebrauchen. Was allerdings auch daran lag, dass ich den Unterricht nicht sehr informativ oder gar unterhaltsam fand. Meistens habe ich meinen eigenen Kram gelesen, was den Lehrern nur recht war, weil ich ihnen so wenigstens nicht mit Fragen auf die Nerven ging. Denn Fragen sollten wir ja nicht soviel, schon gar nicht hinterfragen. Wahrscheinlich habe ich damals bereits festgestellt, dass nichts früh morgens  besser ist … nur der Nervkram beginnt eher und dann, wenn ich noch nicht in der Verfassung bin es damit aufzunehmen.

Athrosetherapie in den Mini-Alpen

Alpen-mini

Heute waren wir im Botanischen Garten unterwegs und ich bin gekraxelt. Interessanterweise hat das meinen mit Athrose geschlagenen Knien gut getan. Jedenfalls schmerzen sie zur Abwechselung nicht. Es war schön. Von Regen blieben wir verschont und dass es ein kalter Wind wehte war nicht weiter schlimm. Als es uns zu kalt wurde sind wir in die Gewächshäuser gewechselt und dort habe ich erneut festgestellt, dass die Tropen nichts für mich sind. Vor allem konnte ich dort kaum fotografieren, weil die Linse so beschlagen war.

Titanwurz

Zum Abschluss haben wir noch mal bei der Titanwurz längsgeguckt. Nun sind wir wieder zu Hause und lassen den Tag ausklingen. Morgen beginnt eine anstrengende Woche. D. muss zum Arzt, ich habe mit Tore, einkaufen und kochen zu tun und abends kommt Besuch.

Es gab noch weiteren Grund zur Freude, über meinen IKEA Martin wurde Lob ausgeschüttet.

Titel Lebst Du noch_cs

 Annemarie Oster-Becker schreibt:
Bisher habe ich nur die Leseprobe auf meinem Handy gehabt. Ich habe angefangen zu lesen und war direkt in den Bann dieser Geschichte gezogen. Karin Braun versteht es wunderbar mit ihrem lebendigen Erzählstil einen so einzufangen, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen.Da ja wohl jeder IKEA kennt, kann man sich wunderbar in diese Geschichte rein versetzen und selber mit dem Gedanken spielen, dem Probanten gleich zu tun. Die Leseprobe endet so spannend, dass ich jetzt mir das Buch vornehme, welches schon eine Weile auf meinem Nachtskommödchen liegt

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