Krank

Diestel

Wieso oft nach einer intensiven Zeit, liege ich darnieder. Bronchitis und generelle Erschöpfung. Also bin ich nur kurz hier. Gleich werde ich mich wieder langmachen und mich darüber freuen, dass ich genügend Lesestoff habe. Heute kam der 4. Teil von Anne B. Ragdes Neshov-Saga.

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Außerdem habe ich meinen Handarbeitskram und einfach nur liegen, und mich freuen dass ich Ruhe habe und gut versorgt bin, ist auch fein.

Erbstücke und Sperrmüll

Erbstücke

… daraus besteht im wesentlichen meine Wohnungseinrichtung. Mein Schreibtisch ist der Esstisch meiner früheren Schwiegereltern und stammt aus dem Jahre 1923. Die Schlafzimmerschränke sind aus Wohnungsauflösungen und meine früheren Bücherregale hatte ein Bekannter rausgeschmissen und damals habe ich mich doch auch sehr darüber gefreut. Dass war allerdings, bevor mir klar wurde, wie sehr alles einstaubt, wenn man Ofenheizung hat und auch nicht die ordentlichste Hausfrau aller Zeiten ist. Genau genommen bin ich eine ziemliche Schlampe, aber da ich darin richtig gut bin, pflege ich dieses Image. Trotzdem habe ich mich gefreut, dass ich im schwägerlichen Wirrwarr diesen Bücherschrank fand. Man sah das Teil gar nicht, weil es mit allerlei Dingen umstellt und überlagert war. Als es zum Vorschein kam, wusste ich, das ist der richtige Aufenthaltsort für meine Bücher und ich habe gleich eine Erinnerung an D.  Nicht das ich die direkt bräuchte. Mein Schwager ist kein Mensch, den man leicht vergisst, aber es ist auch schön dieses Teil zu haben.

Die schwägerliche Wohnung ist nun geräumt. Innerhalb von zwei Tagen war alles entsorgt und verteilt. Nun warten wir auf die Rechnung. Es ist eine Erleichterung. Viktor und ich hätten Wochen gebraucht um alles leer zu bekommen. So ist es zwar teurer, aber auch besser. Und doch, es ist uns beiden schwer gefallen. Der Ort war immer eine Anlaufstelle für uns und nun ist da nichts mehr von D. Die Wohnung steht, wenn alles gut geht, bis Ende November leer.

Wir sind ziemlich erledigt. Der Teil des Nachlasses, der körperliche Arbeit erfordert, ist erledigt, nun geht es an den Behördenkram. Das Nachlassgericht hat sich schon von seiner schlechtesten Seite gezeigt und kommen mal wieder nicht in die Pötte. Dabei geht es doch nur darum alles korrekt abwickeln zu können, Geld bleibt da nicht übrig, aber einige Rechnungen müssen ja noch beglichen werden. Doch damit beschäftigen wir uns morgen, heute ist es nötig einzukaufen und Eis zu essen. Hooridoo.

Journey

13. Journey

Die Reise, der Übergang, auf zu neuen Ufern, der Tod ist nur das nächste große Abenteuer. Wer hat letzteres noch gesagt? Ach ja, Dumbledore. Meine Gedanken sind sehr mit dem Thema beschäftigt und mit allem, was dazu gehört. Ganz stark, sowohl innerlich, als auch äußerlich, das Loslassen. Heute habe ich Sachen gepackt, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, die man immer mal wegschmeißen wollte, wenn mal Zeit ist. Nun Zeit habe ich im Grunde nicht, aber es ist an der Zeit die Rumpelecken zu klären. Solche Arbeiten haben etwas meditatives. Während ich in Säcke stopfe, lasse ich meine Gedanken einfach spazieren gehen und bin erstaunt, was sich da alles meldet.

Traubenzeit

Immer mehr kommt mir das Leben wie eine Reise vor, und so ab und an markieren vertraute Punkte die nächste Station. Wieder steht ein Herbst vor der Tür und die Trauben sind reif. Seit ich mich saisonal ernähre ist mir der Kreislauf der Jahreszeiten bewusster. Gestern Abend musste ich das erste Mal Socken anziehen, es wird kälter. Demnächst müssen wir Holz und Kohlen bestellen. Noch vier Monate und ein paar Tage und 2017 ist auch schon wieder Geschichte.

Ins Gleichgewicht kommen

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Obwohl noch viel zu tun ist, sind wir dabei wieder in den Alltag zu finden. Doch das Gleichgewicht ist ziemlich erschüttert und es tut Not wieder in die Mitte zu finden. Also habe ich Wolle und Moleskinehefte besorgt. Normalerweise schreibe ich meine Sachen in normalen Collegeblogs, aber außergewöhnliche Zeiten brauchen das Besondere. So habe ich denn die Wolle nicht einfach beim Dealer um die Ecke gekauft, sondern unseren Ausflug nach Kappeln genutzt, um mir die 100farbspiele anzusehen, wo ich natürlich auch etwas gekauft habe. Einmal einen Bobbel-Unikate für ein Dreiecktuch und eine Hanf-Sockenwolle.

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Der Laden ist wirklich etwas besonderes und die Bedienung ist äußerst nett und hilfreich.

Es war ein schöner kleiner Ausflug. Wir hatten Suka mitgenommen, die ganz außer sich vor Glück war, dass sie ein wenig mehr von der Welt sehen konnte, als Kiel. Nun liegt sie zufrieden auf der Couch, während ich gleich unter die Dusche hüpfe und dann beginne zu häkeln.

Morgen ist ein ruhiger Tag geplant. Ich werde wieder beginnen Morgenseiten zu schreiben, da will einiges raus.

Trauerfeier

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Nun haben wir einen weiteren Meilenstein in Sachen Abschied hinter uns gebracht. Heute war die Trauerfeier. Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele gekommen sind, besonders dass einige der politischen Weggefährten sich von weit her aufgemacht hatten. Es war eine schöne Feier, kein Brimborium, 3. Satz aus Beethovens 5. Sinfonie zur Einleitung, dann die Rede von Helmut Sturmhöbel, der ein gutes Gleichgewicht zwischen den sehr entgegen gesetzten Elementen in Dieters Leben gefunden hat und berührende Worte fand. Danach noch einmal Musik Händels Largo aus Xerxes.

So wunderschön. Nach dem Kaffeetrinken ging es denn nach Hause und uns ist auch nicht nach Ausgehen heute. Morgen werden wir vielleicht eine kleine Tour machen, aber so genau wissen wir es noch nicht. Nach all den strikten Terminen und Pflichten, mit denen es ja nächste Woche weitergeht, werden uns ein paar Tage einfach rumdümpeln gut tun.

Passend zum Ende des Tages hat es zu regnen begonnen. Ich denke ich gehe heute früh zu Bette.

Angeschlagen und auf Autopilot

Angeschlagen

Bis dato war es eine anstrengende Woche und ich habe auf Autopilot umgeschaltet. Aber es sind die wichtigsten Termine, bis auf die Trauerfeier, abgearbeitet. Heute morgen sind wir früh los und haben unsere neuen Ausweise abgeholt, gestern haben wir mit dem Entrümpler gesprochen, der bereits nächsten Dienstag tätig werden will. Da kriegte der Liebste einen Anfall von „aber-wir-können-doch-nicht-Dieters-Sachen-so-schnell-weggeben“. Beruhigte sich aber einigermaßen zügig wieder, nachdem ich ihn mir zur Brust genommen habe und nun wird es wie geplant von Statten gehen. Es geht nicht an, dass wir da ein Museum erhalten, und es geht auch nicht an, dass mehr und mehr Sachen hier  landen. Es wird Zeit, zumindest in der Wohnung, einen Abschluss zu finden. Viktor weiß das auch, vom Kopf her, doch gefühlsmäßig ist es eben hart, was ich ja auch verstehen kann, aber einer muss einen klaren Kopf behalten und eben manchmal auch ein Machtwort sprechen. Es gibt allerdings Momente, da wünsche ich mir, ich könnte es sein, die sich ihren Gefühlen überlässt und jemand anders könnte vernünftig sein.

Morgen ist also die Trauerfeier und danach noch Kaffeetrinken und funktionieren. Dann nach Hause und sehen, wie es weitergeht. Wir haben einige ruhige Tage vor uns, an denen wir uns verbarrikadieren oder ein wenig rausfahren werden. Ans Wasser ist ja immer gut für die Seele oder nach Kappeln, dort gibt es einen Wollladen, der ein recht interessantes Angebot hat. Außerdem ist Kappeln immer schön.

 

Fotografieren geht immer

Der Liebste

Heute haben waren wir mit Suka im Tannenberger Gehölz und haben fotografiert. Das geht irgendwie immer. Da kann man noch so traurig, noch so bedrückt sein. Uns hat die Runde sehr gut getan. Danach haben wir geräumt. erst einmal in unserer Wohnung, denn da noch ein zwei Teile aus Dieters Wohnung zu uns sollen, brauchen wir Platz. Unter anderen bekomme ich ein Nähtischen, dass bereits meiner Schwiegermutter gehört hat, die in Heimarbeit Trikotagen genäht hat. Das hätte ich schon gerne vor 12 Jahren bekommen, aber da war Dieter schneller und ich habe es ihm auch gegönnt.

Eigentlich wollten wir heute noch viel mehr schaffen, doch wir sind geschafft. Macht nichts. Heute morgen haben wir fein ausgeschlafen. Das erste Mal seit Wochen wieder.

Mir graut allerdings vor der Zeit nach der Trauerfeier und nach dem Räumen der Wohnung, erfahrungsgemäß funktioniere ich in Zeiten der Not wundervoll … und breche zusammen, wenn alles geregelt, alles getan ist. Dann geht es meistens in ein tiefes Loch. Mal sehen in wie weit ich da vorbeugen kann.  Erste Anzeichen machen sich schon bemerkbar. Wird Zeit das ich zum Schreiben komme.

Das Ende ist nahe

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Heute waren wir nur kurz im Hospiz. Dieter ging es so schlecht, dass er seine Ruhe wollte, also sind wir gegangen, haben aber vorher noch mit der Schwester gesprochen, die sagte, was ich schon wusste: Dass es nun nicht mehr lange dauern wird. Natürlich war das die ganze Zeit klar, aber man gewöhnt sich so an die Routine, auf Besuch zu fahren und irgendwann ist man überrascht, dass es nun wirklich zu Ende geht. Ich muss gestehen, mir graut vor der Zeit „danach“, vor den ganzen Dingen, die erledigt werden müssen und vor allem vor den Auseinandersetzungen mit seiner Freundin, die sich auch im Hospiz bereits unbeliebt gemacht hat. Man bat uns heute doch einmal mit ihr zu reden, dass sie nicht so eine Unruhe verbreiten soll, sondern einfach seine Hand halten und da sein. Was natürlich für eine, die sich für die Hauptleidtragende in dem Drama hält und nicht den Sterbenden, unmöglich ist. Viktor hat versucht es ihr zu verklickern, doch ich befürchte, die Botschaft ist nicht angekommen. Ich hoffe wir kriegen die Beerdigung und die Trauerfeier ruhig über die Bühne und die Situation eskaliert nicht.

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Im Anschluss ans Hospiz waren wir eingeladen bei einer lieben Freundin und haben schön in der Sonne gesessen und geklönt. Da gab es auch lecker Kuchen, den ich leider nicht fotografiert habe. Nächstes Mal.

 

Hekate – an der Wegkreuzung

Hekate

In letzter Zeit ziehe ich dauernd Hekate als Tageskarte. Die Wegkreuzung, es wird also Zeit Entscheidungen zu treffen, wie es weitergehen und vor allem wohin es gehen soll. Hatten heute ein ernstes Gespräch und eine Entscheidung ist gefallen. Da es noch ein wenig Finetuning braucht, dazu später mehr. Erleichterung und Trauer halten sich die Waage. Also einen Weg haben wir ausgesondert. Doch wo soll es hingehen. Ich glaube ich halte es mit Robert Frost:

Im Wald zwei Wege boten sich mir dar,

ich nahm den, der weniger betreten war,

und dies veränderte mein Leben.

Eine Empfehlung die diese Karte hat, ist, wage den Sprung ins Leere.