Klarer sehen

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Ich habe heute meine neue Brille abgeholt. Ein trés chices Modell finde ich. Diesmal habe ich mir etwas richtig gutes gegönnt, bin nun aber pleite. Na ja, nicht ganz, habe noch eine reine Lesebrille bestellt. Aber die ist recht günstig. Auf alle Fälle freue ich mich, dass ich nun eine Brille habe, mit der ich in die Weite sehen kann und Lesen und die sich automatisch abdunkelt, im Sonnenschein. Das ist eine Erleichterung, so brauche ich nicht mehr mit drei Brillen hantieren.

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Putz doch ganz ungemein.

Heute regnet es und so haben wir einen Dampfnudelindoortag angesetzt und werden nachher gemeinsam „Die unendliche Geschichte“ gucken. Selena hat massig gemalt und ich durfte alle Stifte wieder einpacken. Ist doch ein schönes Gefühl nützlich zu sein. Viktor ist nun bei Dieter und wenn er zurück ist, dann machen wir die Dampfnudeln. Yummy

Haithabu und hinter her in die Ostsee

haithabu

Auf das die Enkelin Büldung erlange, waren wir heute in Haithabu. Wie Harry Rowohlt mal zu richtig sagte, man will ja nicht nur unterhalten, sondern auch erbauen. Also haben wir das Kind mit an die Schlei genommen und ihr das Museumsdorf gezeigt. Sie fand es alles recht nett und was sie am meisten interessierte waren die Schafe und Kühe. Genaugenommen hätten wir sie einfach auf der Weide lassen können und sie auf dem Rückweg wieder abholen. Allerdings ist anzunehmen, dass sie sich dann so mit den Viechern angefreundet hätte, dass wir sie hätten mitnehmen müssen. Wenn es je ein Kind gab, das ein Händchen für Tiere hat.

Fo Möwe

Auf dem Rückweg haben wir Station in Friedrichsort gemacht und ich bin noch mal schnell in die Ostsee gehüpft. Meine Familie wollte nicht, also ich und die Möwen. Es war mir ein Fest. Was mich allerdings auf die Palme bringt, ist der Plastikmüll, den ich dauernd aus dem Wasser fische. Die Achtlosigkeit und Ignoranz meiner Mitmenschen bringt mich immer wieder auf die Palme.

Das Kind und der alte Mann

Regen im Spiegel

Nach einigen sonnigen Tagen, an denen wir einmal bewusst alle Sorgen beiseite geschoben haben, sind wir nun wieder ein wenig im Alltag gelandet. Heute waren wir bei Dieter, wir alle drei, also mit Selena. Dieters Freundin war zwar entsetzt, dass wir ein Kind mit zu einem Sterbenden nehmen, aber J. und ich sind uns einig, dass das nicht verkehrt ist. Wir haben Selena im Vorwege erklärt, was ein Hospiz ist und das Dieter dort ist, weil er sehr krank ist und dort in absehbarer Zeit sterben wird. Sie war so niedlich da und hat ihm eine Rose gemalt und überhaupt recht unbefangen mit ihm geplaudert. Viktor und ich hatten das Gefühl, dass ihm, so schwach wie er auch ist, Selena gut getan hat. Dieter mag Kinder sehr und hatte immer einen guten Zugang zu ihnen.

Es ist allerdings erschreckend, in welchem Tempo er verfällt. Er wimmelt Besuch mehr und mehr ab, liegt nur noch im Bett und hört Bethoven. Nicht die schlechteste Begleitung in den Tod. Morgen kommt allerdings ein Besucher, den er angefordert hat, den Mann, den er zum Trauerredner auserkoren hat. Er will mit ihm besprechen, was er gesagt haben will, auf seiner letzten Party.  Ich finde es gut, dass er so aktiv an seinem Abschied teilnimmt, obwohl mir der Gedanke das Herz bricht, dass wir ihn bald nicht mehr haben werden.

Bei den Wildschweinen

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Heute waren wir im Schwentinetal und haben mal bei den Wildschweinen längs geguckt. Das war wieder ein Erlebnis. Selena mochte die nichts so, sie sagt, die stinken. Aber ich finde sie so lieb, dass mich der Geruch nicht stört. An der Schwentine ist es immer sehr schön. Der Fluss ist recht verwildert, was ich sehr mag. und es steht mein Traumhaus dort. Obwohl es noch mehr Traum wäre, wenn es direkt an der Ostsee stände, doch man kann nicht alles haben. Außerdem kann ich es mir dahin träumen, ist ja mein verdammtes Traumhaus.

Traumhaus

Aber es steht da auch recht schön. Ansonsten haben wir viel Spaß und morgen gehen wir baden. Außer es regnet, dann suchen wir uns was anderes. Das Zoologische Museum vielleicht.

Großmütterlich

Halfgranny

Für die Zeit von Selenas Besuch habe ich mir ein einfaches Muster zu häkeln gesucht. Passend zum Thema nennt es sich Halfgranny. Macht Spaß und man muss nicht zählen, was gut ist, denn jedes anspruchsvollere Muster würde ich im Moment nicht hinbekommen, soviel: Oma, kannst du mal … Oma, woher weißt du das Suka kein Wolf ist … Oma, wann gibt es Pizza. Aber es ist schön. Heute morgen waren wir einkaufen. Sandalen und T-Shirts und einen Hut. Dann nach Hause ausruhen, es ist so schwül heute, da mag man gar nicht rausgehen.

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An meine Grenzen stieß ich bei der geforderten Erklärung, was dieser Schriftzug bedeutet. Was Kapitalismus ist und warum er tötet. Gar nicht so einfach, dass einer achtjährigen zu erklären, auch wenn sie bald neun ist. Ich denke aber ich habe es nicht ganz so schlecht gemacht.

So, nun werden wir mal sehen, was die Pizza macht und dann geht es heute früh zu Bett.

Selena ist in Kiel gelandet

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Heute haben wir Selena abgeholt. Das war viel Fahrerei, aber auch viel Spaß. Ein Kind, dass gleich nach dem Losfahren einstellt und direkt vor der Haustür fragt: „Sind wir schon da?“, dass ist Luxus. Ihre Mutter hat früher alle drei Meter gefragt. Überhaupt war es schön Jenni zu sehen und auch die kleine Enkeltochter. Melinda bleibt ja bei ihrer Mutter, während wir hier elf Tage mit Kind machen.

Außerdem habe ich ein neues Hobby, ich häkele Dreieckstücher. Aus dem Knäuel oben soll dieses Tuch entstehen:

 

Ein Kessel Buntes

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Es ist eine verrückte Zeit. Soviel passiert, soviel zu sehen, zu erleben und so ruhelos. Obwohl ich müde bin, mache ich weiter, weil Schlaf nicht erholsam ist, sondern anstrengend. Nun sind die Schwäger krank. Der Mann meiner Schwester ist mit dem 6. Herzinfarkt im Krankenhaus, der andere Schwager im Hospiz. Bei aller Trauer und Ungewissheit, soviel Grund zur Freude. Der Ausflug nach Seebüll, die Enkelin, die nächste Woche kommt. Suka, die es so genießt ans Wasser und in den Hundewald zu kommen. Viktor und ich, die uns in all dem Durcheinander noch öfter als sonst, einfach einmal umarmen und festhalten. Uns gegenseitig ein Anker im Wahnsinn.

 

Aufgeregt

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Das erste Mal, seit sie auf der Welt ist, wird meine Enkelin Selena für einige Tage zu uns ins Bruchbudenparadies kommen. Ich freue mich so auf ihren Besuch und Viktor auch. Wir sind schon am Planen, was wir alles unternehmen wollen. Haithabu, in jedem Fall. Und Freilichtmuseum Molfsee und Strand, viel Strand und zwischendrin schreiben, lesen und malen. Das wird schön. Melinda bleibt bei ihrer Mutter in Hamburg, was ein wenig schade ist. Wiederum, vielleicht ist es gut, wenn wir erst einmal mit einer anfangen, sind ja nicht mehr die Jüngsten.

Auch heute war noch hospizfrei. Den Tag haben wir genutzt um mal ein wenig Hausarbeit aufzuholen und unseren Papierkram auf die Reihe zu bekommen. Morgen geht es wieder zu Dieter. Er war aber nicht einsam, Freunde aus Boltenhagen und aus Lübeck waren zu Besuch und da hat er sich sehr drüber gefreut.

Wir werden den Abend gleich mit einem leckeren Essen ausklingen lassen. Grüne Bohnen mit Backofenkartoffeln und Spiegelei.

 

Erschöpft

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Mir geht es wie unserer Chilli, ich bin erschöpft und könnte egal wo umfallen und schlafen. Heute waren wir wieder drei Stunden im schwägerlichen Chaos. Drei Stunden sind da wirklich die Grenze, mehr halte ich nicht aus und Viktor geht es ähnlich. Dazu noch die emotionale Belastung … wahrlich nicht die schönste aller Zeiten.

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Ein bisschen Lektüre habe ich mir gegönnt. Steine liebe ich so sehr und komme selten vom Strand zurück, ohne das einer oder zwei in meine Tasche gewandert sind. Das sie auch Heilkräfte haben finde ich spannend und denke, dass die Zeit für dieses Buch schon lange reif ist. So ganz habe ich nie eingesehen, warum ich Edelsteine und Quarze kaufen soll, wenn der Strand bei uns voll liegt, von wunderschönen Exemplaren, die nur nicht so funkeln, aber dafür auch nicht unter dubiosen Bedingungen abgebaut wurden.

 

Wörter zum Sonntag

suka und viktorJPG

Es war eine anstrengende Woche, eine mit viel Nerv und nochmehr Missverständnissen, einer Menge Sachen, die wir erledigt haben und noch mehr, das liegen geblieben ist. Doch davon lass ich mich nicht niederdrücken. Wir gönnen uns Auszeiten, egal, was kommt. Wir machen Pläne, unter anderen überlegen wir in den Urlaub zu fahren, wenn alles vorbei ist. Da Suka die letzte Zeit ein wenig kurz gekommen ist, weil wir dauernd unterwegs waren, haben wir heute mit ihr einen Ausflug in den Hundewald nach Trappenkamp gemacht, wo sie freilaufen kann.

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Am Freitagaben waren wir Musiknaschen. In der Gaardener Sozialkirche findet einmal im Monat ein Konzert statt. Diesmal hat die Kieler Band The Inner Tradition gespielt. Haben mir super gefallen. Die Herren haben schon seit vielen Jahren immer mal, in verschiedenen Konstalltionen miteinander gespielt und seit drei Jahren gibt es sie in dieser Formation. Jeder hat etwas aus seiner bevorzugten Richtung mitgebracht. So ist eine wundervolle Mischung aus Irish Folk, Blues, Breton Folk und manchmal auch Klezmer entstanden. Unbedingt empfehlenswert.

dieter und Viktor

Ansonsten waren wir viel bei Dieter. Gestern hatte er sogar Lust auf einen Spaziergang im Garten des Hospizes und ich habe die Gelegenheit genutzt ein Foto von meinen beiden Brauns zu machen. Ist nicht ganz so geworden, wie ich es mir gewünscht habe, aber vielleicht können wir es noch einmal wiederholen. Die Verfassung von Braun sen. schwankt. An einem Tag geht bald gar nichts mehr und dann wieder ist er recht wach und traut sich auch vor die Tür. Die ganze Situation geht an die Substanz. An manchen Tagen hoffe ich, dass es bald vorbei ist und dann wieder, dass wir ihn noch einige Zeit behalten können. Wahrscheinlich ist das ganz normal. Mein größter Wunsch ist, dass die Endphase sich nicht zu lange zieht.