Hekate – an der Wegkreuzung

Hekate

In letzter Zeit ziehe ich dauernd Hekate als Tageskarte. Die Wegkreuzung, es wird also Zeit Entscheidungen zu treffen, wie es weitergehen und vor allem wohin es gehen soll. Hatten heute ein ernstes Gespräch und eine Entscheidung ist gefallen. Da es noch ein wenig Finetuning braucht, dazu später mehr. Erleichterung und Trauer halten sich die Waage. Also einen Weg haben wir ausgesondert. Doch wo soll es hingehen. Ich glaube ich halte es mit Robert Frost:

Im Wald zwei Wege boten sich mir dar,

ich nahm den, der weniger betreten war,

und dies veränderte mein Leben.

Eine Empfehlung die diese Karte hat, ist, wage den Sprung ins Leere.

Die tägliche Routine

leuchter

Während unser Alltag sonst eher von Büchern, Musik und Hundespaziergängen bestimmt war, sind es jetzt die Besuche im Hospiz, die Fahrten in die Messihölle und Seelenstreichler, wie Ausflüge und Kuchenessen.

Heute war es im Hospiz besonders anstrengend, obwohl wir Dieter es ein wenig bequemer machen konnten, er hat sogar ein wenig getrunken, atmet aber extrem schwer und man hat den Eindruck, jeder Atemzug könnte der Letzte sein. Das dem nicht unbedingt so sein muss, ist klar, nur man wünscht es ihm … und ja, auch uns.

Heute war es besonders wichtig, dass wir noch etwas Schönes machen, bevor es zurück nach Hause ging, also haben wir ein altes Lieblingscafé von uns besucht. Das ist nun allerdings von der Lieblingscaféliste gestrichen, ob seiner neuerdings horrenden Preise. War aber gut noch mal da gewesen zu sein. Nun sind wir wieder daheim und lassen es uns gut gehen, soweit es geht.

Die Sache mit Dieter, diese Phase des Abschieds hat auch noch einiges andere in Gang gesetzt, es gibt noch so einiges mehr, von dem wir uns verabschieden müssen … sollten. Es ist Zeit einige aufgeschobene Veränderungen anzugehen. Noch tue ich mich schwer, aber es muss wohl sein.

Pelzerhaken

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute ging es, wie man dem Posttitel unschwer entnehmen kann, nach Pelzerhaken. Jenni und die Kinder sind dort im Urlaub und haben drei Wochen Meer und Strand, was ihnen sicher gut tut. Es war ein wunderschöner Tag. Viktor und ich waren mit Selena am Strand und Jenni ist mit Melinda zum Schwimmkurs gewesen, wobei die kleine Krabbe mal eben, eigentlich nebenbei, ihr Seepferdchen gemacht. Nun können beide Mädchen schwimmen und keine von Beiden will mit ihrer alten Oma in die Ostsee. Na ja, ich habe da ja auch alleine Spaß. Melinda meinte übrigens, ich habe gut ausgesehen als ich erwachsen war. Als ich daraufhin richtig bemerkte, dass ich ja immer noch erwachsen wäre, bekam ich zur Antwort: Nein, nun bist du alt! Wo sie recht hat …

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es war ein Tag voller Leichtigkeit und Lachen, was wir dringend brauchen konnten. Die letzten Tage waren sehr intensiv und wir brauchten dringend eine Ablenkung. Als wir nach Hause kamen, leuchtete die Lampe des Anrufbeantworters, was uns sofort erblassen ließ. Aber alles gut, war nur der von Dieter gewünschte Trauerredner. Er will morgen zu Besuch gehen.

Nächste Stufe: Zu schwach für Besuch

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gestern konnten wir das erste Mal nicht zu Dieter. Wir waren bereits im Hospiz und wurden vom Pflegepersonal informiert, dass er sich nicht in der Lage fühlt Besuch zu empfangen. Wir rufen nicht mehr direkt bei Dieter an, weil er kaum noch das Telefon abnimmt und weil das dauernde Klingeln doch stören würde, sind aber mit den Schwestern so verblieben, dass wir im Stationszimmer anrufen, ob Besuch genehm ist. Eben habe ich mit einer Schwester gesprochen und die berichtete, dass er neben dem Essen und Trinken nun auch die Pflege abgelehnt hat. Er scheint nur noch Ruhe zu wollen … und die soll er haben.

Viktor und ich sind sehr dünnhäutig zur Zeit und haben es besonders schwer mit Dieters Freundin zu kommunizieren, die irgendwie nicht zu begreifen scheint, dass er sich bewusst dazu entschieden hat, nicht mehr zu essen und zu trinken. Seine und Viktors Mutter hat es genau so gehalten. Die haben wir Drei ja vor 12 Jahren in den Tod begleitet. Das war eine sehr intensive Zeit, in der Dieter und ich uns sehr nahe gekommen sind. An diese Wochen denke ich viel zur Zeit. Auch damals war es dieser komische Zwischenzustand. Dieses auf der Türschwelle stehen. Es ist als wenn alles in Slow Motion geschieht. Der Alltag plätschert so vor sich hin. Wir arbeiten nur reduziert, machen ihr Dinge die uns gut tun, wie spazierengehen, fotografieren und Handarbeiten. Letzteres wird allmählich zur Sucht. Gestern habe ich mir die Wolle für meiner Winterjacke geholt. Eher ein Poncho. Wer mal gucken will, hier bei Drops Design. Ich habe allerdings eine andere Wolle genommen, als die vorgegebene.  Auch habe ich zu Häkeln begonnen. Mein erstes Dreieckstuch im Muster Halfgranny mit schmalem Spitzenrand ist fertig. Ich bin schon sehr stolz.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Spitzenkante sollte eigentlich üppiger, aber dafür reichte die Wolle nicht. Ich bin auch so zufrieden und werde gleich das nächste in Angriff nehmen. Ich habe fest gestellt, dass die Chance etwas fertig zu bekommen, bei mehreren Projekten gleichzeitig größer ist und ich hab die Hände beschäftigt. In Zeiten wie diesen, ist immer die Gefahr groß mit dem Rauchen anzufangen.

Buntes Treiben

Mangold

Der Alltag hat uns wieder. Nach einem ruhigen Morgen, nahm der Tag deutlich an Tempo zu. Einkaufen, dann Anrufe von Ds. Freundin. Sehr merkwürdige Idee und sehr taktlos, also wie immer. Dann Gespräch mit Dieter, er braucht neue Unterwäsche. Also sind wir los und haben eingekauft. Danach ging es in die Wohnung des Herrn Schwagers weiterräumen und und und. Zu Hause dann umgefallen. Der morgige Tag wird ähnlich. Aber dann, vielleicht, ein wenig Ruhe. Jetzt muss ich duschen. Es war so verdammt warm und eigentlich der ideale Strandtag.

Urlaub vorbei

archer.JPG

Der Urlaub ist vorbei. Unsere zehn Tage mit Selena sind um und nun ist sie wieder in Hamburg. Wir haben viel erlebt und hatten sehr viel Spaß. Auch wenn es zeitweise sehr anstrengend war, so werde ich diesen kleinen Wirbelwind doch vermissen. Allerdings habe ich auch meine Arbeit vermisst, in den gemeinsamen Tagen. Auf so engen Raum war ja nicht daran zu denken mal in eine Geschichte abzutauchen. Doch nun wird der Bogen gespannt, das Ziel anvisiert und dann geht es los.

Jenni sagt, sie hat die Zeit ohne Kinder genossen, auch wenn sie die lieben Kleinen vermisst hat. Sie erzählte, dass sie noch mal alle Filme ihrer Kindheit angesehen hat. Mac Beth, Club der toten Dichter und noch einiges Shakespeare. Dachte so, was für komische Filme wir damals geguckt haben. Aber sie mochte nun mal Shakespeare und liebte es, wenn wir uns die Verfilmungen angesehen haben. Sehr lustig.

Selenesche Erkenntnisse

Überall in der Wohnung verstreut finde ich Zettel mit Seleneschen Weisheiten. Ich bin ganz begeistert.

Melinda war sehr froh ihre Schwester wieder zu haben und so sind wir denn alle noch ein Eis essen gegangen, dann ging es für Viktor und mich zurück nach Hause und in den Alltag. Zu Melindas Einschulung fahren wir wieder nach Hamburg.

Nächste Phase: Morphium

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute war Besuchstag im Hospiz. Selena wollte sich von Dieter verabschieden. Da sie frühstens zu den Herbstferien wiederkommt, ist wohl nicht damit zu rechnen, dass sie ihn noch einmal sieht. Leider! Heute hat eine neue Phase begonnen, Dieter hatte ein Morphiumpflaster kleben und wirkte sehr abwesend. Wir wollte ihn auf dem Laufenden über seine Finanzen halten, doch das hat ihn alles nicht interessiert. Er zeigte nur Interesse an einigen Fotos, die Freunde ihm geschickt haben, ermüdete denn aber schnell. Sogar Beethoven läuft nicht mehr. Es ist sehr traurig und besonders Viktor tut sich schwer seinen großen Bruder so zu sehen. Mir auch, es ist so ungewohnt, dass man dem Herrn Schwager von einer politischen oder behördlichen Schweinerei berichtet und er keinen Wutausbruch bekommt und nicht die Massen zur Revolution führen will. Aber er ist noch da und das ist gut. Ich weiß, dass es vernünftig wäre los zu lassen und es ihm leichter zu machen zu gehen, aber soweit sind weder Viktor noch ich.

Heute: Arche Warder

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute also Haustierpark Arche Warder. Dort hat man sich auf die Fahne geschrieben, für den Erhalt der Vielfalt von Nutztierrassen einzutreten. Seit ich in Kiel wohne möchte ich dort hin und nun, wo Selena bei uns residiert, haben wir es geschafft. Für sie, aber auch für uns, war es ein Fest. So eine schöne Anlage und so viele interessante Tiere. Dort bin ich sicher nicht das letzte Mal gewesen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ansonsten ist die Stimmung gemischt. Natürlich machen wir zur Zeit sehr viele, sehr schöne Sachen und geben viel zu viel Geld aus … doch was soll es? Wir haben anstrengende Monate hinter uns und die Zeit die vor uns liegt, wird auch kein Spaziergang. Ich war skeptisch, ob Selenas erster längerer Besuch in Kiel in dem ganzen Dieter Kuddelmuddel richtig ist, aber das ist es. Wir haben viel Freude an unserer Kleinen und erleben sie als unkomplizierte Hausgenossin, die viel lacht und sehr interessiert an allem Möglichem ist. Natürlich ist es auch anstrengend. Unsere Wohnung ist klein und sich einfach mal für einige Zeit separieren, ist fast unmöglich, doch mit Hilfe des wunderschönen Viktors geht es. Er ist immer bereit, mal als Vorleser oder als Draussenrumtober zur Verfügung zu stehen. Überhaupt ein toller Typ und wenn ich ihn noch nicht geheiratet hätte, würde ich ihn auf der Stelle um seine Hand bitten.

Warder war natürlich auch gleich Versuchslabor für die neue Kamera. Bis dato bin ich zufrieden. Im Makrobereich ist meine kleine Sony besser. Aber das ist kein Problem, denn ich habe die ja noch und irgendwann kommt sicher ein Makroobjektiv dazu und alles wird wundervoll.

 

 

Ämter und Spaß

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Heute hatten wir gemischtes Programm. Dummerweise ein Termin beim Amt. Unsere Ausweise mussten verlängert werden. Vorher ging es noch zum Bildermachen bei unserem bevorzugtem Kameradealer. Ein gefährliches Pflaster wie sich herausstellte. Aber davon ein wenig weiter unten.  Erst einmal aber aufs Amt. Mittlerweile muss man auch in Kiel für solche Aktionen einen Termin machen, was ich ja auch brav getan habe, allerdings hat man mir nicht gesagt, dass man neuerdings seine Geburts- und Heiratsurkunden mitbringen muss. Nun gut, wir können sie bei der Abholung vorlegen, dass ist ja auch was. Ich war jedenfalls reichlich angepisst, allerdings fast schon wieder versöhnt, als ich das enttäuschte Gesicht der Dame sah, als ich verneinte meine Fingerabdrücke abzugeben. Der Ausdruck sagte eindeutig: „Nie will jemand seine Fingerabdrücke auf dem Ausweis haben.“ So schön. Nun müssen wir drei Wochen warten.

olympus Pen F

Da uns leider (der-Göttin-sei-dank) eine Kamera ins Auge gefallen war, auf die ich schon lange ein solches geworfen hatte, zog es uns noch einmal zurück zu Vico und da das Firmenequipment ein Up-Date brauchen konnte, haben wir zugeschlagen. Ich freue mich so. Die Kamera hat wirklich einiges zu bieten und auch wenn sie nicht ganz billig ist, so wird sich die Anschaffung auszahlen denke ich, zu Mal wir den Foto, Grafik Bereich ausbauen wollen und auch einmal wieder ein Ausstellung planen. Für mich ist es ein wenig ungewohnt,. denn bis dato hatte ich noch keine Systemkamera.

Die Gechichte der

Wieder zu Hause habe ich dann gleich mit dem neuen Spielzeug gespielt, während die bezaubernde Selena ein Bilderbuch obigen Titels gemalt und geschrieben hat. Einfach schön.

Jetzt warten wir darauf, dass Viktor aus dem Hospiz zurück kommt, wo heute der Trauerredner noch einmal mit Dieter und Viktor sprechen will. Dann Käsespätzle und Feierabend. Klingt doch gut.

 

Sommer, Sonne, Strand und Meer

Strand FO

Besser als erwartet, war das Wetter heute und so haben wir die Chance genutzt und sind an den Strand gefahren. Selena hatte dort vorgestern ein Mädchen kennengelernt und die Beiden hatten sich locker verabredet. Dass hat auch gut geklappt. Die Damen hatten viel Spaß und haben nebenbei Müll gesammelt und in die diversen Abfalleimer sortiert. Ich muss sagen, ich bin recht stolz auf unsere Enkeltochter. Neulich haben wir über Plastikmüll gesprochen und wie schädlich dieser für die Fische und die Umwelt ist und schon wird sie tätig.

Aber so langsam kriegt sie Sehnsucht nach ihrer Schwester und hat sie auch schon zum 2. Mal angerufen.

Jetzt noch Chinesisch Essen und dann Unendliche Geschichte gucken. Dann zu Bett. Morgen früh geht es aufs Amt. Wir müssen unsere Ausweise verlängern lassen.