Denn mein Herz ist frisch gebrochen von Dorothy Parker

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Diese Rezension, lässt sich relativ kurz halten. Die Gedichte von Dorothy Parker sind wundervoll, sie haben allen Witz, alle Schärfe, kurz alles, was die Autorin ausmacht. Im Original! Leider hat sich Ulrich Blumenbach daran gemacht, all dies in der deutschen Übersetzung zu vernichten. Er scheint seine Arbeit frei nach dem Motto: Reim dich oder ich fress dich, angegangen zu sein. Und wenn sich halt kein passender Reim für Rüben finden lässt, dann macht er halt Schalotten draus, weil sich Karotten so hübsch drauf reimt. Bei aller Liebe zur freien Übersetzung, aber wenn die Autorin im Original einen Vers mit einem Fragezeichen enden lässt, hat sie sich was dabei gedacht und es gibt keinen, wie auch immer gearteten Grund, in der Übersetzung hier einen Punkt zu machen.

Im Original steht in The Dark Girls Rhyme in den letzten beiden Zeilen:

Living for a hating,

Dying of a love?

Blumenbach übersetzt

Hass lässt mich bestehen,

Die an Liebe stirbt.

Im Original fragt sich die Autorin, ob es sich lohnt für einen Hass zu leben oder an dieser Liebe zu sterben. Durch den Punkt in der Übersetzung wird aus dem Abwägen eine Tatsache. Ich weiß nicht was das soll, bin tief enttäuscht und muss doch lachen, bei dem Gedanken, wie es sich anhören würde, wenn Dorothy Parker Herrn Blumenbach für den Mord an ihren Gedichten, die Leviten liest.

Denn mein Herz ist frisch gebrochen von Dorothy Parker – Übersetzer: Ulrich Blumenbach, Verlag Dörlemann

Das Mädchen, das schwieg von Trude Teige

Trude Teige

Trude Teige
Das Mädchen, das schwieg
Übersetzt von Gabriele Haefs, Andreas Brunstermann
Broschur, 364 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3291-9
9,99 € *) Inkl. 7% MwSt.

Gleich vorweg, Trude Teiges zweiter Krimi mit der Journalistin Kajsa Coren, hat mir genau so gut gefallen, wie der Erste.

Kajsa Coren lebt mit ihren drei Kindern und ihrem Mann Karsten, seines Zeichens Polizist, auf einer Insel in Norwegen. Kajsa hat dort ein Haus geerbt und hatte gehofft dort zur Ruhe zu kommen, doch bereits in Totensommer zeigte sich, dass das nicht so geklappt hat. Nach Abschluss der Ermittlungen um den Deutschenmord, blieb Karsten schwer verletzt zurück und hat sich bei weitem nicht erholt, als Kajsa Bente trifft, die gerade ihre Nachbarin, die 30-jährige Sissel, tot aufgefunden hat. Ermordet wie sich unschwer erkennen lässt und zwar schon vor einigen Tagen. Sissel war eine auffällige Gestalt auf der Insel, sie lebte, bis zu dessen Ermordung, mit ihrem Vater, einem Prediger zusammen. Sie sprach nicht, sondern verständigte sich schriftlich und schrieb ihren Nachbarn Briefe. Tag ein, Tag aus, sass sie am Fenster und beobachtete das Treiben ihrer Mitmenschen. Die Vermutung, dass zwei Morde innerhalb eines Jahres, innerhalb einer Familie einen gemeinsamen Hintergrund haben, liegt nahe. Kajsa, die eigentlich von ihrem Fernsehsender beurlaubt ist, beginnt zu recherchieren und erfährt so einiges über Sissels Vergangenheit. Auch Kasten wird aufgefordert, sich an den Ermittlungen zu beteiligen und lässt sich zögerlich darauf ein. Dann verschwindet Tone, ein junges Mädchen, dass direkt gegenüber von Sissels Haus lebt …

Ich mag die Art wie Trude Teige schreibt. Ihre Charaktere sind zum Anfassen. Originell, aber ohne überzeichnet zu sein. Ihre Themen sind aktuell und interessant aufgearbeitet. Hier geht es um Missbrauch und um das Schweigen derer, die sprechen sollten, während die, die keine Worte finden, komplett verstummen.

Da ich glaube,

… dass es früher oder später zum Zusammenbruch des Systems kommt, sorge ich vor.

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Lese darüber wie mal sich vom Wegesrand ernährt, welche Steine Hilfreich sein können und welche Pflanzen hier wachsen. Auch lege ich Vorräte an. Nicht wie der Herr Schwager, sondern effektiv. Einfach dafür sorgen, dass ein gewisser Grundstock immer im Haus ist. Ich weiß einige schreien nun „Verschwörungstheorie“, aber egal, ich gehe lieber auf Nummer sicher. Denn eines ist mal klar, besser wird es nicht. Und falls ich mich irre auch nicht schlimm. Man soll neues, auch altes, Wissen nie ablehnen.

Ausstinken

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Nach der Wühlerei in der schwägerlichen Höhle und den anstrengenden Hospizbesuchen, war es wieder einmal an der Zeit ans Wasser zu fahren. Um es deutlich zu sagen, ich musste mich mal ausstinken, wie meine Mutter es immer sagte, und was gibt es da besseres als Seeluft. Also Suka angepackt und mit dem Liebsten nach Bülk, dort ein gutes Stück gelaufen. Trotz Regen war es herrlich und ich fühle mich erfrischt. Ein schönes Gefühl, besonders, weil der Schlaf kein erholsamer ist zur Zeit. Mich plagen Alpträume und wenn ich wach werde, dann kann ich nur schwer wieder einschlafen. Die Göttin sei Dank, es gibt frische Luft und die Ostsee und ab und an ein leckeres Fischbrötchen. Damit kommt man über den Tag.

Toechter einer neuen Zeit

Gestern habe ich „Töchter einer neuen Zeit“ von Carmen Korn zu Ende gelesen. Den ersten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie. Sehr empfehlenswert. Die Handlung beginnt 1919 und die Erzählstimmen sind in der Hauptsache vier Frauen, durch deren Leben wir eine Menge über die Generation erfahren, die 2 Weltkriege erlebt hat. Sehr empfehlenswert!

Erschöpft

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Mir geht es wie unserer Chilli, ich bin erschöpft und könnte egal wo umfallen und schlafen. Heute waren wir wieder drei Stunden im schwägerlichen Chaos. Drei Stunden sind da wirklich die Grenze, mehr halte ich nicht aus und Viktor geht es ähnlich. Dazu noch die emotionale Belastung … wahrlich nicht die schönste aller Zeiten.

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Ein bisschen Lektüre habe ich mir gegönnt. Steine liebe ich so sehr und komme selten vom Strand zurück, ohne das einer oder zwei in meine Tasche gewandert sind. Das sie auch Heilkräfte haben finde ich spannend und denke, dass die Zeit für dieses Buch schon lange reif ist. So ganz habe ich nie eingesehen, warum ich Edelsteine und Quarze kaufen soll, wenn der Strand bei uns voll liegt, von wunderschönen Exemplaren, die nur nicht so funkeln, aber dafür auch nicht unter dubiosen Bedingungen abgebaut wurden.

 

Grenzen setzen

Zur Zeit trampeln reichlich Leute auf meinen Nerven herum und überschreiten Grenzen, die ich nicht überschritten haben will. Passiert immer, wenn ich eh gerade besonders angeschlagen bin. Dann taucht in meinen Tageskarten Durga auf, die rät Stop zu sagen und eine klare Linie zu ziehen, die nicht überschritten werden darf. Damit war ich heute beschäftigt, ich habe einfach mal alles andere ruhen lassen und mich nur damit beschäftigt, wo für mich Schluss ist. Das eine ist meine Zeit, also die zum Arbeiten. Da ist ganz klar, die muss ich haben. Das andere ist meine Aktivitäten im Außen. Wichtig sind im Moment Viktor, Dieter, meine Tochter und Suka, nicht notgedrungen in der Reihenfolge, alles andere kann erst einmal ruhen, bis sich das eine oder andere erledigt hat.

Gestern war ich auf der Suche nach Trostliteratur und heute habe ich ein Buch gefunden, dass ich so sehr liebe und auch schon öfters gelesen habe. Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger. Eine tolle Autorin und ein guter Grund heute früh zu Bette zu gehen.

Anbei ein Gespräch zwischen Neil Gaiman und Audrey Niffenegger.

Und wenn du denkst, es geht nicht schlimmer …

… wirst du prompt eines besseren belehrt.

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Abgesehen von den schwägerlichen Sorgen, begann der Morgen damit, dass ich mich über eine unserer Autorinnen geärgert habe. Dann ging es zum Tierarzt, dort schien der Tag die Tendenz zu entwickeln, besser zu werden. Die Schwellungen in Sukas vorderen Achselhöhlen, sind aller Wahrscheinlichkeit nach einfach Fettgeschwulste, die aber trotzdem entfern werden sollten. Muss aber nicht gleich sein. Also nicht tödlich, nur teuer. 300 – 400 €, die wir erst einmal irgendwie zusammenklauben müssen.  Kaum wieder zu Hause. Telefonat mit Tochter, die am Ende ist. Zur permanten Überlastung, kommt nun auch noch, dass der Vater der Kinder seit Monaten keinen Unterhalt bezahlt. Also in den nächsten Tagen nach Hamburg und mit ihr die Finanzlage klären, bevor sie richtig in die Bedrouille kommt. Mir ist danach, mich einfach irgendwo zu verstecken und mich wecken zu lassen, wenn bessere Zeiten anstehen. Oder noch besser, mir ein Buch zu suchen und dort einzutauchen. In welches würde ich denn gerne gehen? Muss ich mich mal umsehen. Ich denke ein Kandidat könnte ein alter Liebling sein, „The Grand Sophy“ von Georgette Heyer oder „The Thin Woman“ von Dorothy Cannell. Beide fallen in die Kategorie Trostliteratur.

Gesellig ungesellig

RosaRose

Zur Zeit bin ich viel im Außen unterwegs und unterhalte mich in 3-D mit Leuten. Gestern habe ich eine liebe Freundin und Kollegin auf eine Rhabarberschorle im Chagall getroffen. Hannah Steenbock heißt die Dame und es lohnt sich alle Mal auf ihrer Seite längs zu gucken. Am Montag heißt es denn wieder „Privet Kniga“, da findet das deutsch russiche Literaturtreffen statt, welches einige Zeit nicht so zu Stande kam, weil Valya und Sascha mit der Familie und wir mit dem kranken Schwager beschäftigt waren. Nun soll es aber werden. Dann werde ich demnächst meine neuen KollegInnen bei der Schreibwerkstatt kennenlernen, deren Leitung ich ab dem 07.07. übernehme. Montag muß ich auch zum Jobcenter und eine Wiedereingliederungsvereinbarung unterschreiben.

Es findet also viel im Außen statt und ich stelle fest, wie gut es mir tut, richtige Menschen zu treffen und nicht nur virtuelle Unterhaltungen auf gefällt mir, gefällt mir nicht Basis zu führen. Was mich wieder darauf bringt, dass ich Facebook mehr und mehr nervig finde und eigentlich eher aus Gewohnheit, denn aus Neigung dort herumhänge. Ich möchte nun nicht wieder einen Account einstampfen, um dann drei Wochen später fest zu stellen, dass ich es doch vermisse. Also werde ich versuchen  mich dort zurück zu halten und nur noch morgens und abends kurz reinzuhüpfen. Mal sehen ob ich nach 14 Tagen wieder voll dabei bin oder ob ich dann soweit bin mich ganz zu verabschieden.

Esperanza

Seit einigen Tagen liegt obiges Buch auf meinem Nachtisch. Esperanza von Jakob Wegelius. Das werde ich mir vornehmen, sowie ich Magnus Chase und der Hammer des Thors  von Rick Riordan durchhabe. Beide Bücher wurden übrigens von Gabriele Haefs ins Deutsche übersetzt.

Der neue Begleiter

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… ist da und ich freu mich so, dass ich die Bestellung nicht storniert habe. Den wünsche ich mir schon so lange. Und diesmal hatte ich eine Rechtfertigung, um so viel Geld auszugeben. Einmal startet bald die Schreibwerkstatt und zum anderen habe ich meinen kleinen Jack Wolfskin Rucksack an Hideo verschenkt. Der wohnt also zukünftig in Japan. Gleich werden mein neuer Freund und ich in die Stadt gehen und einkaufen, bevor es zu warm für alles wird. Sicherheitshalber werde ich den Fächer mitnehmen.

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Gestern war es noch einmal sehr hektisch, aber auch schön. Hideo und die Kinder haben die letzte Nacht bei uns verbracht und am Nachmittag sind noch einmal alle Kieler Freunde plus Schwager Dieter hier aufgelaufen, um sich zu verabschieden. Dann heute morgen um 06:15 hoch, alles verstauen, frühstücken und Auf Wiedersehen sagen. Suka und ich sind danach eine Runde gegangen, während Viktor die Leutchen zum Flughafen nach Hamburg bringt. Es war ein schöner Besuch, auch wenn es teils sehr voll und hektisch wurde. Mir wurde in jedem Fall sehr bewusst, was für ein beschauliches Leben wir normalerweise führen. Was die Drei innerhalb dieser Woche alles unternommen, gemacht und gesehen haben … dafür hätte ich ein halbes Jahr gebraucht.

Gleich werde ich mal in die Stadt zum Einkaufen aufmachen und danach gehe ich nochmal zu Bett. Heute ist noch frei und morgen geht es weiter, mit Jig und Tore … Ich muss gestehen ich vermisse Niall und Rose Sweeney und mein Torepersonal, Isa, Hetty, Yola und so weiter … doch heute bin ich zu erschöpft und muss mich ausruhen.

Und es ist Sommer …

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… und ich sitze am Schreibtisch. Aber aus gutem Grund. Ich bin am Vorarbeiten. Morgen hat der Liebste Geburtstag, da werde ich nur einen halben Tag etwas tun und Mittwoch kommt Besuch, da muss ich vorher noch mal den Besen schwingen und etwas Leckeres zur Atzung vorbereiten. Das bedeutet Mittwoch und Donnerstag mache ich frei, denn ich möchte schließlich auch etwas von dem Besuch haben.

Alles so hell da vorn

Dass ich eine Heldin der Arbeit bin, dürfte euch ja nun mittlerweile bekannt sein. Heute habe ich diesen Titel doppelt verdient, denn ich bin erst gegen 03:30 zum Schlafen gekommen. Ich musste „Alles so hell da vorn“ von Monika Geier zu Ende lesen. Nützte alles nichts, ab einem gewissen Punkt konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Genaueres über mein Leseerlebnis findet sich hier: http://lesen-gefaehrdet-die-dummheit.de/alles-so-hell-da-vorn-von-monika-geier/