Ein verdächtig ruhiger Tag

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Die letzten Wochen war so viel los und ging so viel schief, dass ich dem Braten nicht so richtig traue. Besser ich gehe zu Bett, bevor noch was kommt. Heute war es wirklich verdächtig ruhig und was ich mir vorgenommen habe hat geklappt. Das neue (gebauchte) Thinkpad vom Computerladen geholt und angeschlossen. Läuft! Hat sogar ein tolles Dock und alles sieht viel aufgeräumter aus und war auch noch günstig. Eingekauft, einen Zwetschgenkuchen gebacken und Müll für den Abfallwirtschaftshof zusammengesucht, alles in guter Stimmung und ohne Streit. Ich glaube ich fange einfach mal an es zu genießen und entspanne mich … wenn es man so einfach wäre. Auf alle Fälle war heute ein Blümchentag, nichts Besonderes, aber gerade in seiner Einfachheit und Reibungslosigkeit zum Einrahmen.

Was den neuen (gebrauchten) Computer betrifft, so wollte ich eigentlich ein neues Notebook haben, aber, die gibt es fast nur noch mit Windows 10 und das will ich nicht. Mac ist auch nicht meines und finanziell schon mal gar nicht meine Reichweite. Normalerweise ist Windows das Erste was bei mir vom Rechner fliegt und dann wird Linux installiert. Klappte bis dato auch immer. Seit Windows 10 ist das aber nicht mehr so einfach. Nicht einmal auf Windows 7 oder 8.1 lässt sich das ganze downgraden. Anscheinend fehlen bei älteren Windows-Versionen und Linux Treiber für die verbaute Hardware. Komischerweise ist das erst seit Windows 10 so. Jedenfalls führte dieser Umstand dazu, dass ich mir einen alten Traum erfüllt und mir ein Thinkpad von Lenovo zugelegt habe. Das ist robust und war günstig, sogar mit einer SSD Festplatte.

Kleine Wanderung im Wild Wood

11.09.2017

Es ist schon einige Zeit her, seit ich das letzte Mal zum Wildwood Tarot gegriffen habe. Doch seit einigen Tagen hatte ich das Gefühl, dass es an der Zeit wäre. Es war auch gut, mal zu sehen, worauf es zu achten geht. Und nein, es geht mir nicht darum zu erfahren, was nächsten Donnerstag in 2 Jahren geschieht, es geht einfach darum sich zu fokussieren und darum zu sehen, was lösen die Bilder aus? Wo fühle ich mich angesprochen, wo eher nicht.

Es war erhellend und auch ein wenig erschreckend. Doch das ist schon in Ordnung.

Manchmal denke ich, ich sollte wieder Tarotberatungen anbieten. Das denke ich immer dann, wenn ich mich an die guten Sitzungen erinnere. Bevor ich mich entschließe wirklich wieder aktiv zu werden, fallen mir, die Göttin sei Dank, die anderen Sessions ein, die, wo die Klientin schon an der Tür sagt: „Sach mir mal was mit’m Walter is!“, wo du nur denkst: „Run Walter, run!“ Abgesehen davon, dass ich der Dame am Telefon lang und breit erklärt habe, dass es diese Art Beratungen nicht bei mir gibt. Diese Erinnerungen halten mich dann ab und ich denke es ist gut so, die Zeit ist einfach vorbei. Ich finde das Tarot immer noch faszinierend und beschäftige mich gerne damit, aber für mich und nicht für andere und schon gar nicht für Leute, die wissen wollen was mit’m Walter is.

 

Zartbitter ist das Glück von Anne Østby

zartbitter ist das Glück

Vor 40 Jahren waren sie Freundinnen, beste Freundinnen, dann trennten sich ihre Wege und  berührten sich nur so dann und wann. Sina, Maya, Ingrid, Lisbeth und Kat, fünf Freundinnen, von denen vier immer ein wenig neidisch auf Kat war, die gleich nach der Schule mit Niklas auf Weltreise ging und sich dort engagierte, wo Hilfe gebraucht wurde. Das Letzte was die vier in Norwegen Verbliebenen hörten war, dass Niklas und Kat eine Kakaoplantage auf Fidschi betrieben und dann, dass Niklas gestorben war. Die vier sind sehr überrascht, als eines Tages jede einen Brief von Kat erhält, die sie einlädt, bei ihr auf Fidschi zu leben und eine Schokoladenproduktion zu gründen. Sina, Maya, Lisbeth und Ingrid folgen dem Ruf, denn jede von ihnen möchte aus unterschiedlichen Gründen raus aus dem alten Leben.

Was auf den ersten Blick wie ein „Wir Frauen können auch Freundschaft Buch“ aussieht, ist viel viel mehr. Erst einmal sind da die Charaktere der Freundinnen, die sich über die letzten 40 Jahre hinweg unterschiedlich entwickelt haben, dann ist da das Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Die Autorin löst gerade letzteres wunderbar, in dem sie uns den Gebeten von Ateca, Kats Haushälterin, lauschen lässt, die sich große Sorgen um ihre Damen macht, die ja einiges an Gepäck mit sich bringen.

Anne Østby versucht nicht den Leser*innen eine Südseeidylle zu verkaufen,  sie spricht auch die Schlangen im Paradies an. Sie zeigt auch sehr deutlich, dass Freundschaft nicht immerwährende Idylle ist, sondern stellt oft genug die Frage, ist das Band stabil genug, um Probleme, Krankheit, Geldnot und Animositäten unter einander auszuhalten? Die Autorin beherrscht es mit eine facettenreiche Geschichte leicht und interessant zu erzählen. Ein wundervolles Buch und ganz sicher ein Lesehighlight in diesem Sommer.

Zartbitter ist das Glück von Anne Østby

Übersetzung aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

Verlag Wunderraum

ISBN 978-3-336-54791-3 Preis: 22,00 €

Dankbarkeit

Suka

Vor einigen Tagen sah ich bei Facebook einen Sticker mit der Aufforderung: Sei doch einfach mal dankbar für das was du hast. Ich schrieb in den Kommentaren: Das bin ich jeden Tag. Und es stimmt. Eigentlich wollte ich darüber schon Freitag schreiben, aber das war so ein Horrortag, dass die Sache mit der Dankbarkeit ein wenig von anderen Gefühlen überlagert war. Aber im Nachhinein stelle ich fest, auch an dem Tag war ich dankbar. Dankbar für Suka, die sich ja immer liebevoll um mich kümmert, wenn ich sehr schlecht drauf bin. Dann weicht sie mir nicht von der Seite. Dankbar für meinen Mann (dem ich am Nachmittag noch die Ohren abpflücken wollte), der mich einfach festgehalten hat, als ich nicht mehr aufhalten konnte zu heulen, weil ich so verletzt nach einer Auseinandersetzung war. Ich bin dankbar, dass wir die Ostsee vor der Tür haben. Dass wir in einem Haus wohnen, in dem die Nachbarn nett sind und es Gemeinschaft gibt. Für Freunde bin ich dankbar, es sind nicht viele, aber die die da sind, sind unschlagbar. Dankbar bin ich auch, wenn sich die Behauptung, dass Internetfreundschaften ja nichts Richtiges sind widerlegt. Wenn ich eine Facebookfreundin treffe, die gerade aus Norwegen kommt und wir uns auf einen Kaffee treffen, bevor sie weiterfährt. Ich kann sie aber gar nicht alle nennen, aber Birgit, Anja, und ihr anderen, ihr habt mir schon so oft über schlechte Phasen geholfen. Dankbar bin ich für die Musik, die Bilder und das Lachen, für die Bücher und die Wolle. Überhaupt ist da so vieles. Sicher gibt es auch vieles, was nun wahrlich nicht schön ist, zum Beispiel, dass es materiell immer eng ist … und doch … andererseits, es hat doch noch immer irgendwie gelangt. Wir haben gut und lecker zu essen und im Oktober gehen wir sogar ins Theater und machen eine Woche Urlaub, also wozu sich darüber aufregen, dass wir uns vieles nicht leisten können? Anderes haben wir dafür im Übermaß.

Mushrooms

Es sind die kleinen Dinge, die Zärtlichkeit, die Liebe und das Vertrauen, die alles so lebenswert machen. Gut sich mal wieder daran zu erinnern. Gut es einmal aufzuschreiben. Wenn ich das nächste Mal am Maulen bin, weil ich ja so arm dran bin, kann ich mir diesen Beitrag durchlesen und mich schämen, weil ich so undankbar bin.

Verbindung gestört

Verbindungabgerissen

Gestern war ganz sicher ein regelrechter Scheißtag. Irgendwie war der Wurm drin. Auf einem Amt teilte man uns mit, dass wichtige Unterlagen, von denen wir leider keine Kopie haben (aber eine Quittung, dass sie abgegeben wurden), nicht auffindbar sind. Wir hatten fast einen Zusammenstoß mit dem Auto, hatten einen Krach (und das an unserem 10. Hexenhochzeitstag und 13. Jahrestag) und, da es ja noch nicht reichte, zur guten Nacht, einen Streit mit meinem Kinde. Einen der heftigeren Sorte. Ehrlich gesagt, ich habe ich Schnauze im Moment gestrichen voll und ich erlaube mir die nächsten Tage einmal komplett egoistisch zu sein und nur Dinge zu machen, die mir gut tun. Heute wird es ein Treffen mit einer Facebookfreundin sein.

Das Leben geht weiter

der schrank

Die Urne ist versenkt, der Besuch ist wieder fort, die neuen Möbel sind gekommen und haben ihren Platz gefunden. Der neue Schrank wurde mit Rotwein und Olivenöl bearbeitet und strahlt nun. Obwohl das Teil ziemlich groß ist und das Schlafzimmer ziemlich klein, ist dort auf einmal mehr Platz, weil nicht mehr dauernd alles herumliegt. So langsam normalisiert sich unser Leben wieder und wir können uns erholen. Damit das auch richtig klappt, haben wir etwas gemacht, zu dem wir in 13 Jahren nicht gekommen sind, wir haben einen kleinen Urlaub gebucht. Nichts weltbewegendes, eine Woche St. Peter Ording in den Herbstferien. Da nehmen wir die Enkelkinder mit und natürlich Suka. Da die Ferienwohnung auf einem Reiterhof ist, werden die Gören Spaß haben. Ich freue mich so sehr darauf, ein paar Tage raus zu kommen.

Urnenbeisetzung

byebyedieter

Heute hat das was physisch von D. übrig blieb seinen letzten Platz in der Ostsee gefunden. Bei strahlendem Sommerwetter ging es von Strande aus bis fast bis zum Kieler Leuchtturm und dort wurde die Urne denn sehr würdevoll über Bord geschickt. Alles war stimmig und wir waren auch nicht wirklich viele. Der Vetter und der Freund aus Trossingen, die Lebensgefährtin von Dieter, mit Schwester und Schwager und Viktor und ich. 1 1/2 Stunden auf dem Wasser und dann ein Fischbrötchen. Oder wie die Schwaben sagen a Hähringswecke.

Häringswecke

Nun ist unter das, was wir für den Toten tun konnten ein Schlusspunkt gesetzt. Nun geht es nur noch um das Adminstrative und das schaffen wir auch noch.

Dieser Termin hat mir doch sehr auf die Seele gedrückt. Zum einen konnte ich es kaum abwarten, dass wir es hinter uns haben und zum anderen … wie gesagt, es ist ein wirklicher Schlusspunkt.

Nun sind wir wieder zu Hause und ich habe meine neue Arbeitsplatzbrille abgeholt und nun sind wir ein wenig am Ausruhen. Heute Abend werden wir die Schwarzwälder in den Club 68 führen. Sie dürften schon gespannt sein.

Langsam

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So langsam aber sicher kommen wir voran. Der Sperrmüll ist draußen und der Platz für den neuen Schrank und die neue Couch ist freigeräumt. Das ging schnell, dank der tatkräftigen Hilfe unseres Besuches aus Trossingen. Nun können am Dienstag die neuen Möbel kommen, die Kündigung für Dieters Wohnung ist akzeptiert, das Testament eröffnet (die Spiele können beginnen) und morgen bringen wir noch die Urnenbestattung hinter uns. Diese Woche ist alles noch ein wenig anstrengend, aber es wird dann ruhiger werden. Ist zwar noch einiges zu erledigen, was denn aber nicht mehr so Schlag auf Schlag muss. Außerdem haben wir uns darauf geeinigt, dass wir uns dieses Jahr eine Woche Urlaub gönnen werden. Wahrscheinlich werden wir das eine oder andere Kind mitnehmen. Vielleicht auch beide, es kommt darauf an, wie kompatibel Melinda mittlerweile mit Suka ist. Wir können es wahrlich gebrauchen.

Sonst gibt es nichts Neues, wir warten auf den Anruf des Besuches, die sich gerade im Hotel ausruhen, sind ja schließlich die ganze Nacht unterwegs gewesen. Sowie die wieder bei sich sind, gehen wir was essen und dann früh zu Bett.

 

Räumen

Exofen

Im Zuge der Um- und Aufräumarbeiten, wurde unser Schlafzimmerofen entsorgt. Wir haben in seit Jahren nicht mehr in Betrieb und hatten es auch vorher immer nur sehr sporadisch, denn eigentlich brauche ich es nur zum Einschlafen warm und da tut es ein Radiator, wenn es wirklich kalt ist. Ansonsten genügt der Ofen im Wohnzimmer völlig. Warum ich auf einmal wie verrückt am Aussortieren und erneuern bin, weiß ich auch nicht, nur dass es dringend zu sein scheint. Ich wollte heute nichts tun und hatte mich noch ein wenig hingelegt und auf einmal ratterte es und ich wusste was ich schon heute umstellen könnte, damit wir morgen nicht so viel zu räumen. Wir haben Sperrmüll und da wir auch Besuch bekommen, ist es wichtig, dass wir gut planen, damit wir allem gerecht werden. Montag ist dann auch die Urnenbestattung. Ich hoffe wir sind bald durch.

 

Die Brauns und der Möbelkauf

Schrank

Man hört ja immer wieder davon, dass sich Paare beim Möbelkaufen in die Wolle kriegen. Dass ist bei uns nicht so. Zu heiraten wurde das erste Mal bei IKEA in Erwägung gezogen, wo wir uns unabhängig von einander für dasselbe Bett entschieden haben. Als wir merkten, dass es so war, hätten nur noch Geigen ertönen mögen. Ein hochromantischer Moment, vor 12,5 Jahren. Heute haben wir uns zum Möbellager der Stadtmission aufgemacht, weil wir schon lange einen Schrank haben wollen, keine Schrankwand, eher was kommodiges, schwebte uns vor. Es wurde etwas ganz anderes. Nämlich diese Schönheit auf dem Foto. Wieder gingen wir fast gleichzeitig darauf zu, sahen uns an und sagten: Der ist es! Also heißt es Möbelrücken. Am Dienstag zieht das gute Stück bei uns ein und eine neue Couch für Suka haben wir auch gefunden. Die alte ist doch schon arg auf. Ich bin ganz entzückt und es tut mir gut, hier in der Wohnung etwas zu tun. Den Raum zu verändern, Raum zu schaffen und auszusortieren. Vielleicht klärt sich so nicht nur meine Umgebung, sondern auch einiges in meinem übervollem Kopf.