Allheilmittel: Eiscreme

Tartufo

Auch heute ging es wieder in der schwagerliche Wohnung. Langsam aber sicher kriegen wir die Küche frei, noch einmal zehn Kartons mit abgelaufenen Lebensmitteln packen und zum Abfallwirtschaftshof und die Küche ist lebensmittelfrei. Der Gefrierschrank ist abgetaut, der Kühlschrank leer. Diverse Kleinigkeiten sind gepackt und wieder einmal Erstaunen über die Mengen, die da angehäuft sind. Aber davon will ich mich nicht mehr runterziehen lassen. Zur Belohnung, dass wir uns nur fast 2 x gestritten haben, sind wir Eis essen gegangen. So ein Tartufo wirkt doch sehr beruhigend. Morgen habe ich eine Besprechung in Gaarden und danach werden wir uns ein freies Wochenende gönnen, der Liebste und ich. Samstag wollen wir, falls wir früh genug hochkommenn die Windjammerparade angucken, obwohl wir dieses Jahr hier nicht mit Großseglern verwöhnt werden.

Altarrose

Mit Fotografieren ist im Moment nicht viel und mit Schreiben auch nicht. Irgendwie ist mein Kopf voll mit Sachen, die dringend getan werden müssen und was noch geklärt werden sollte. Vielleicht kommt ab morgen Mittag ein wenig Ruhe rein.

 

Mitgefangen, Mitgehangen

Affe

Heute habe ich mich wahrlich eingesperrt gefühlt. Wir sind dabei Ds. Wohnung auszuräumen und es ist furchtbar. Messi ist eine Sache, aber was er da angehäuft hat … gut, es gab auch rührseelige Momente, zum Beispiel bin ich beim Ausräumen des Kühlschrankes auf Produkte gestoßen, die bereits seit 2000 nicht mehr im Handel sind, auch wissenschaftliche Erkenntnisse gab es. Kaum läßt man Mangosaft mal zwanzig Jahre ungeöffnet stehen, klumpt er zu einer Art Pudding zusammen und ist nicht mehr aus dem Tetrapakt zu bekommen. Wir wussten ja, dass es schlimm ist, aber das es so übel aussieht … Bei allem Verständnis für Vorratshaltung, aber die sollte doch so sein, dass Altes verbraucht wird und durch Neukauf ersetzt. D. hielt es so, dass er einfach neues vor das Alte probste und vergas was noch da war. Egal, jedenfalls müssen wir nun mindestens zwei große Curverboxen mit Konserven und diverseh Tüten mit Gewürzen, Saucen und so weiter entsorgen und ich ich weiß nicht wie. Es ist einfach zu viel für den Hausmüll und zu wenig für einen Container.

Doch dieses Problem muss bis morgen warten, ich gehe erst einmal unter die Dusche und dann ein wenig häkeln.

Auch muss ich darüber nachdenken, was es mit diesem Messi sein auf sich hat. Ich selber empfinde alles was ich nicht unbedingt brauche, als Belastung und bin dabei meinen Besitz so zu reduzieren, dass ich in meiner kleinen Wohnung viel Raum habe.

 

Bürokratenhochzeitstag

russiches Kästchen

Heute jährt sich unser Bürokratenhochzeitstag zum 10. Mal. Wie doch die Zeit vergeht. Wir haben dieses offizielle Verbandeln auch nicht so ernst genommen, weil es letztlich egal war, dass wir zusammenbleiben wollen, war eh klar. Warum wir den Schritt überhaupt gemacht haben, nun, dass hatte einen ernsteren Grund. Meine Tochter war damals in Frankreich, mit meiner Familie bin ich nicht so dicke und es stand an, dass ich vielleicht für eine größere Sache ins Krankenhaus müsste. Da wollte ich die Sicherheit haben, dass im Falle des Falles jemand bestimmt, wie es weitergeht, der mich kennt. Trotz Patientenverfügung wird der offizielle Ehepartner da noch immer ernster genommen, als ein Lebensgefährte. Lustig war, dass unsere Trauzeugin sehr vergrätzt war, weil Viktor und ich so rumgealbert haben. Sie fand es sei eine heilige Handlung und wir fanden es einfach lustig, besonders, weil wir schon beim Aufgebot stellen soviel Spaß hatten. Man muss da ja einen Beruf angeben und ich habe gesagt, Hexe. Darauf lief die Dame rot an und teilte mir mit, dass Hexe kein Beruf sei. Ich bestand drauf, dass es einer wäre, denn ich würde ja vom Arbeitsamt Geld für den Aufbau einer Selbsständigkeit als Hexe bekommen. Das stimmte übrigens. Jedenfalls schrieb sie es mit arg verkniffenen Lippen nieder und wandte sich Viktor zu. Der sagte, er wäre Musiker und Fotograf, worauhin die Dame zischte: „Hat denn keiner von ihnen, etwas Richtiges gelernt?“ Das war so drollig, ich hatte noch Tage Bauchschmerzen vor Lachen.

Litha 2017

Heute morgen bin ich früh hoch, nachdem ich eine von Albträumen gebeutelte Nacht hinter mir habe. Obwohl ich tagsüber sehr ruhig und vernünftig mit allem umgehe, scheint Dieters Sterben doch in mir zu rumoren und nachts suchen sich dann diese Gefühle Raum. Dazu noch die Wärme. Doch es hat natürlich auch seine Vorteile, wenn man so früh hochkommt. Ich habe die Zeit genutzt, um meinen Altar zur Sommersonnenwende aufzuhübschen.

Bequem arbeiten

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Wie ich dazu gekommen bin weiß ich nicht, aber ich habe eine Sehnenscheidenentzündung in der Ferse. Das Dumme ist, gerade im Moment stehen eine Menge Termine an. Da heißt es denn zwischendrin den Fuß entlasten und einfach mal die Beine hochlegen. Da die Arbeit natürlich weitergeht, bin ich froh und dankbar für meinen kleinen Bambusklapptisch mit verstellbarer Arbeitsfläche und Laptopstopper. Geht wunderbar, ich glaube ich werde mein Büro insgesamt ins Bett verlagern.

Doch bevor es wieder in die Waagerechte geht, muss ich noch einmal raus. Es heißt heute wieder „Privet Kniga“. Ich werde allerdings mit dem Bus zum Deutsch-Russichen-Literaturtreffen fahren. Fahrrad traue ich mich nicht und laufen ist zu weit. Das Kraxeln am Westensee gestern  hat die Sache nicht besser gemacht.

Gedöns

Es ist eine seltsame Zeit. Wir hängen so dazwischen. Der Herr Schwager ist gut bei seiner Freundin untergebracht und doch ist es komisch, wenn wir in seine Wohnung gehen, um Sachen zu holen, dann ist er einerseits schon nicht mehr da und trotzdem können wir nicht mit dem Ausräumen beginnen. Es ist der Punkt, an dem es nicht vorwärts und nicht rückwärts geht, sondern einfach still steht. So wie die Dinge stehen, möchte man einerseits soviel wie möglich tun, andererseits aber glaube ich, dass es wichtig ist den Stillstand auszuhalten, nur das Nötigste zu machen und bewusst das Vergehen erleben. Es kommt mich hart an. Vor allem, da ich weiß wieviel unangenehme Arbeit noch vor uns liegt, so Sachen halt die man am Liebsten schon erledigt haben möchte. Morgen gehen wir ihn jedenfalls besuchen und räumen vorher wenigstens schon mal seinen Kühlschrank leer.

Westensee

Wenn die Zeiten schwer sind und man sich beladen fühlt, dann soll man spazierengehen und Torte essen. In diesem Sinne haben wir uns heute an den Westensee und ins Café Zeit aufgemacht. Im letzteren gibt es die leckerste Marzipan-Kirsch-Nuss-Torte aller Zeiten. Aber erst sind wir ein wenig herumgelaufen. Nicht zuviel, denn ich habe in der rechten Ferse eine Sehnenscheidentzündung, oder etwas in der Art. Daher habe ich mich auch wieder ins Bette verfügt und schreibe von dort aus. Erst einmal musste ich allerdings die Fotoprogramme auf dem Laptop installieren und dann habe ich wild versucht einen alten Cardreader zum Laufen zu bringen. Klappte natürlich nicht. Nach zwanzig Minuten kam dann die Erkenntnis, ich brauche gar keinen externen Cardreader, der Laptop hat einen integriert. Nun ja, wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.

Jetzt noch ein wenig schreiben und dann werde ich weiter an meinem Überwurf häkeln und dabei Hörbücheln.

Euch allen einen schönen Reststonntag und eine schöne Woche.

 

Gewohnheiten verändern geht weiter

Das Projekt Gewohnheiten verändern geht weiter. Morgens nicht mehr bereits am Bette mal bei Facebook gucken klappt gut. Überhaupt ist das bei Facebook rumhängen, das Nächste, das ich reduzieren will. Dabei muss ich berücksichtigen, dass ich viel und gerne dort bin um Candy Crush Saga zu spielen. Dabei kann man schön abschalten, hängt aber nach wie vor, vor dem Monitor. Da ich aber abseits vom Lesen, wo mit ich neben dem Schreiben und den Alltagsdingen, die meiste Zeit des Tages beschäftigt bin, etwas brauche, bei dem ich meine Gedanken treiben lassen kann und meine Finger beschäftigt habe, werde ich wieder mehr stricken. Die letzte Aufräumaktion hat es ja gezeigt, Wolle ist nun wahrlich reichlich vorhanden. Eine Neuanschaffung musste allerdings sein, ich habe mir einen Nadelwächter gekauft. Einen sehr schönen finde ich.

So geht es also langsam aber sicher weiter, mit dem verändern und es tut mir gut. Gerade befinde ich, respektive befinden wir uns, in einer Phase gewaltiger Veränderungen. Wir sind dabei zu akzeptieren, dass D. bald nicht mehr sein wird. Er steht nun auf der Warteliste für einen Hospizplatz und wird dort noch weiter vorrücken, sowie er ein Dringlichkeitsattest hat. Das ist sowohl für ihn, als auch für uns eine  enorme Erleichterung. Doch sowie er umgezogen ist, beginnt bereits die Auflösung seiner weltlichen Habe. Seine Wohnung muss geräumt und Vorkehrungen getroffen werden. Viktor trifft es gerade besonders hart. Er hängt sehr an seinem großen Bruder und es fällt ihm sehr schwer, ihn so zu sehen. Auch bei mir löst es so einige Gedanken aus. Woran liegt es, dass ich so oft dabei bin, Menschen in den Tod zu begleiten? Meine ersten Schwiegereltern, davor eine Schulfreundin, die sehr jung an Krebs starb, Viktors und Dieters Mutter … es häuft sich. Habe ich ein besonderes Talent für Trauerbegleitung und Händchenhalten während der letzten Stunden? Oder hat es einfach damit zu tun, dass ich mich nicht zurückziehe, sondern es als meine Aufgabe betrachte, gemäß des alten (laut Terry Pratchett) Hexengrundsatzes: Mach die Arbeit, die vor dir liegt?

 

Gesellig ungesellig

RosaRose

Zur Zeit bin ich viel im Außen unterwegs und unterhalte mich in 3-D mit Leuten. Gestern habe ich eine liebe Freundin und Kollegin auf eine Rhabarberschorle im Chagall getroffen. Hannah Steenbock heißt die Dame und es lohnt sich alle Mal auf ihrer Seite längs zu gucken. Am Montag heißt es denn wieder „Privet Kniga“, da findet das deutsch russiche Literaturtreffen statt, welches einige Zeit nicht so zu Stande kam, weil Valya und Sascha mit der Familie und wir mit dem kranken Schwager beschäftigt waren. Nun soll es aber werden. Dann werde ich demnächst meine neuen KollegInnen bei der Schreibwerkstatt kennenlernen, deren Leitung ich ab dem 07.07. übernehme. Montag muß ich auch zum Jobcenter und eine Wiedereingliederungsvereinbarung unterschreiben.

Es findet also viel im Außen statt und ich stelle fest, wie gut es mir tut, richtige Menschen zu treffen und nicht nur virtuelle Unterhaltungen auf gefällt mir, gefällt mir nicht Basis zu führen. Was mich wieder darauf bringt, dass ich Facebook mehr und mehr nervig finde und eigentlich eher aus Gewohnheit, denn aus Neigung dort herumhänge. Ich möchte nun nicht wieder einen Account einstampfen, um dann drei Wochen später fest zu stellen, dass ich es doch vermisse. Also werde ich versuchen  mich dort zurück zu halten und nur noch morgens und abends kurz reinzuhüpfen. Mal sehen ob ich nach 14 Tagen wieder voll dabei bin oder ob ich dann soweit bin mich ganz zu verabschieden.

Esperanza

Seit einigen Tagen liegt obiges Buch auf meinem Nachtisch. Esperanza von Jakob Wegelius. Das werde ich mir vornehmen, sowie ich Magnus Chase und der Hammer des Thors  von Rick Riordan durchhabe. Beide Bücher wurden übrigens von Gabriele Haefs ins Deutsche übersetzt.

Den Tatsachen ins Auge sehen

Den Tatsachen ins Auge

Zugegeben, es ist nicht immer leicht und oft genug möchte ich die Augen verschließen, aber was bringt das? Nichts! Also mit offenen Augen durch. Nicht immer schön. Im Augenblick ist es die Situation von Schwager Dieter, vor der wir die Augen nicht mehr verschließen können. Es geht dem Ende zu, zwar kann sich der Weg hinziehen, aber an Heilung glaubt mittlerweile niemand mehr. Habe ich allerdings von Anfang an nicht, dafür habe ich zu oft Krebspatienten begleitet. Doch irgendwie hofft man ja doch … Viktor meinte neulich mal wieder: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ (er neigt zu Platitüden, wenn er nicht weiter weiß) und ich dachte: Aber sie stirbt … und dann der Patient, Genau genommen also stirbt die Hoffnung zu vorletzt (ich neige dazu mich an Kleingkeiten aufzuhängen, wenn ich mich hilfos fühle).

Diese Hilflosigkeit ist es, die mir zur Zeit so zu schaffen macht. Wir sind uns einig, dass Dieter soviel Selbstständigkeit und Selbstbestimmung wie möglich behalten soll. Doch wo ist die Grenze? Ab wann sind wir gefragt, uns einzuklinken? Ich zum Beispiel denke, er sollte nicht mehr Autofahren, weiß aber, dass es für ihn ein letztes Stück Freiheit ist. Da frage ich mich: Kann ich mich darauf verlassen, dass er seine Grenzen erkennt? Oder die Sache mit der Nachlassregelung, es wäre wichtig, dass er sich da kümmert, aber diese Sachen, will er nicht angehen , weil er sich dann der Tatsache wirklich sterblich zu sein stellen muss. Patientenverfügung ist auch so ein Thema. Wäre wichtig, besonders jetzt. Es ist nervig und anstrengend, um Sachen, die eigentlich für jeden verantwortungsbewussten Menschen selbstverständlich sein sollten, zu ringen. Ich mag gar nicht dran denken, was auf uns zukommt, wenn solches nicht im Vorwege geregelt wird.

Die Brauns und Dr. Who

Dr. Who

Herr Braun und ich sind im Dr. Who Fieber. Ich schrieb ja schon, dass uns die Serie bis dato entgangen ist und dass ich mir in der Bib die erste Staffel besorgt habe. Wir haben die letzten beiden Abende geguckt und ich muss sagen, ich bin begeistert. Unbedingt empfehlenswert.

Heute abend ist erst einmal Pause. Montags ist American Gods Tag. Himmel, dafür, dass wir keinen Fernseher haben, hängen wir reichlich viel vor dem Monitor.

Ansonsten ist es hier, trotz einiger Außentermine, ruhiger geworden. Allerdings sind wir wieder einmal in Sorge um Schwager D. Dem geht es nicht wirklich besser. Mittwoch geht Viktor mit ihm zum Arzt.